9Live & Co. Medienanstalten planen strengere Auflagen für TV-Gewinnspiele

Und jetzt bitte eine Automarke mit "A"! Wenn freizügige Moderatorinnen im Privatfernsehen die Quiz-Zuschauer zum Anrufen animieren, nutzen sie manchmal auch fragwürdige Tricks. Die sollen jetzt verboten werden.


Hamburg - Schwere Zeiten für zeitschindende Nackedeis bei TV-Gewinnspielen: Die deutschen Medienanstalten haben eine Satzung ausgearbeitet, die für Quizsendungen erheblich strengere Regeln einführen soll, wie die "Süddeutsche Zeitung" berichtet. Künftig soll etwa verboten werden, Zeitdruck vorzuspielen, um mehr Zuschauer vermeintlich in letzter Sekunde zum Anruf zu bewegen.

DSF-Moderatorin Bettie Ballhaus: Strip zum nächtlichen Sportquiz
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Andererseits sollen sich die Moderatoren bei der Suche nach richtigen Worten oder Lösungen keine Zeit mehr lassen dürfen, damit noch möglichst viele Zuschauer anrufen. Weiß ein Anrufer die Lösung nicht, sei sofort ein weiterer Teilnehmer durchzustellen.

Während des Spiels sollen die TV-Sender über Höhe des Einsatzes, maximale Dauer, Teilnehmerbedingungen und Spielvarianten informieren, heißt es in dem Beitrag. Auch wollen die Medienanstalten Entgelte von mehr als 50 Cent inklusive Mehrwertsteuer pro Anruf und "besonders kinder- und jugendaffine Gewinnspiele" für unzulässig erklären.

Bei einer Missachtung sollen ab Herbst die Fernsehanstalten zu Geldstrafen von bis zu 500.000 Euro verdonnert werden. Davon betroffen wären vermutlich Sender wie 9Live und das Deutsche Sportfernsehen (DSF). Einige der Mitmachsendungen dort standen schon mehrfach unter dem Verdacht, mit unrechtmäßigen Mitteln arglose Zuschauer zu täuschen.

sto/dpa



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