Abberufung als Herausgeber Zeitungsverlag schasst Konstantin Neven DuMont

Der viertgrößte Zeitungsverlag Deutschlands hat genug vom öffentlichen Hickhack. Der Aufsichtsrat von M. DuMont Schauberg hat den Verlegersohn Konstantin Neven DuMont von seinen noch verbliebenen drei Herausgeberämtern abberufen - wegen dessen "geschäftsschädigender" Äußerungen.
Verlegersohn Konstantin Neven DuMont: "Schaden von der Mediengruppe abwenden"

Verlegersohn Konstantin Neven DuMont: "Schaden von der Mediengruppe abwenden"

Foto: Soeren Stache/ picture alliance / dpa

Köln/Hamburg - In den Dienstagsausgaben der Zeitungen der Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg teilt der Verlag eine wichtige Personalie mit: Konstantin Neven DuMont wurde nach der Streichung seines Namens aus dem Impressum der "Frankfurter Rundschau" nun auch das Herausgeberamt beim "Kölner Stadt-Anzeiger", dem "Express" und der "Mitteldeutschen Zeitung" aberkannt.

In der Mitteilung  begründet der Aufsichtsrat diese Entscheidung mit Aussagen des Verlegersohns, in denen er sich "in abträglicher und geschäftsschädigender Weise über das eigene Unternehmen in der Öffentlichkeit, einschließlich in Konkurrenzblättern" geäußert habe. Eine Übereinkunft, Personalfragen nur intern zu besprechen, habe Konstantin Neven DuMont "beinahe täglich missachtet", was "zusehends zu Unruhe und Verunsicherung unter den Mitarbeitern" des Unternehmens geführt habe. "Um Schaden von der Mediengruppe M. DuMont Schauberg abzuwenden, war die Abberufung durch den Aufsichtsrat unabwendbar", schließt die Verlagsmitteilung in den Zeitungen.

Konstantin Neven DuMont, 41, war zunächst mit Kommentarbeiträgen im Blog des Medienjournalisten Stefan Niggemeier aufgefallen. Dann stand er im Verdacht, an selber Stelle unter wechselnden Namen teilweise wüste Angriffe gegen Mitdiskutanten und konkurrierende Verlage zu fahren - und sogar mit sich selbst zu diskutieren. All das dementierte der Verlegersohn.

Schließlich wurde er - ob auf eigenen Wunsch oder erzwungen, bleibt unklar - von seinen Verlagsämtern freigestellt und in den Urlaub geschickt - ohne schriftliche Begründung, wie er SPIEGEL ONLINE sagte. Seitdem meldete sich Konstantin Neven DuMont ausgerechnet in der Kölner Ausgabe der "Bild"-Zeitung zu Wort, die direkt mit den eigenen Publikationen konkurriert.

So forderte er dort etwa von seinem Vater, dem Verlagschef Alfred Neven DuMont, sich entweder zurückzuziehen oder ihn unverzüglich auszuzahlen. Am Montag hatte die Mediengruppe DuMont Schauberg angekündigt, eine förmliche Beschwerde beim Presserat gegen den Axel-Springer-Verlag einzulegen, in dem "Bild" erscheint. DuMont wirft Springer vor, mit seiner Berichterstattung über den Fall eine Kampagne gegen einen missliebigen Konkurrenten zu führen.

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