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20. Januar 2018, 18:34 Uhr

Kulturpolitik der AfD

"Wir wollen die Stimmung im Land drehen"

Die AfD hat Chancen, den Vorsitz im Kulturausschuss des Bundestags zu übernehmen. Als Kandidat bringt sich Marc Jongen in Stellung. Er kündigt einschneidende Änderungen an.

Drei Ausschüsse wird die neue AfD-Bundestagsfraktion übernehmen dürfen. Neben dem Innen- und Haushaltsausschuss haben die Rechten ein Auge auf den Kulturausschuss geworfen - ein vergleichsweise machtloses, aber symbolisch wichtiges Gremium. Hier könnte die Partei ihre schon oft erklärte Kampfansage an das "linksgrüne Establishment" in die Tat umsetzen.

Der AfD-Abgeordnete Marc Jongen, Philosoph an einer Karlsruher Hochschule und Schüler von Peter Sloterdijk, gilt als aussichtsreichster Kandidat für den Vorsitz des Kulturausschusses. Im SPIEGEL kündigt er einschneidende Änderungen der Kulturpolitik an: "Unser Ziel ist es, die Förderkriterien grundlegend zu untersuchen und die bisherige Förderung politisch korrekter Projekte herunterzufahren", sagte Jongen. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Viele künstlerische Vorhaben würden nur "für ihr Bekenntnis zu Diversity oder Multikulturalismus unterstützt", so der AfD-Mann, und "oft genug in Propaganda ausschlagen". Seiner Partei gehe es "um eine Entideologisierung der Kulturpolitik, hin zur Förderung von echter Qualität und Talent".

Die vermisst Jongen bei vielen Kulturschaffenden. "Leute, die lange selbstverständlich auf dem öffentlichen Förderticket gefahren sind, werden es künftig nicht mehr so leicht tun können", warnt er. "Wir wollen die Stimmung im Land insgesamt drehen."

In der Kulturszene regt sich schon Widerstand gegen einen Ausschuss unter AfD-Führung. Die Kritik gelte aber nicht ihm selbst, so Jongen, sondern der AfD, "deren Aura auf mich projiziert wird". Kritikern wirft er "Verdachtshermeneutik" vor: Sie nähmen seine Worte nur als radikal wahr, "weil sie von einem AfD-Mitglied kommen".

ama

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