Afghanistan Hunderte Kunstschätze kehren nach Kabul zurück

Das Museum in Kabul hat mehr als 800 gestohlene Kunstobjekte wiederbekommen. Während des Bürgerkriegs und unter den Taliban war das Haus immer wieder geplündert worden. Die Schätze sollen die Afghanen an die reiche Kultur ihres vom Krieg zerrütteten Landes erinnern.

AFP

Kabul - Die Kostbarkeiten haben eine weite Reise hinter sich, jetzt sind sie zurück in ihrer Heimat Afghanistan. Das Nationalmuseum in Kabul nahm am Sonntag mehr als 800 gestohlene Kunstschätze in Empfang berichtete die britische BBC. Das britische Verteidigungsministerium und das Britische Museum in London hätten geholfen, die Objekte wiederzufinden.

Zu den Glanzstücken gehören Elfenbeinschnitzereien und ein rund 1800 Jahre alter Buddha aus Stein. "Er wurde in Japan entdeckt", sagte der Kurator Fahim Rahimi der BBC. Ein anonymer privater Gönner habe die Statue für das Museum zurückgekauft.

Viele der Objekte waren während des Bürgerkriegs und der Machtergreifung der Taliban in den neunziger Jahren gestohlen worden und auf dem Schwarzmarkt gelandet. Manche beschlagnahmten die Londoner Polizei oder die britischen Zollbeamten, heißt es in dem Bericht. Andere tauchten in Privatsammlungen auf und wurden zurückgekauft.

Kurator Rahimi öffnete in einer kleinen Zeremonie die drei großen Metallkisten, in denen die Kunstschätze verpackt waren. "Ich bin glücklich als Afghane, dass wir all diese Stücke wiederhaben, die so wichtig für unsere Geschichte und Kultur sind", sagte er. Sein Land brauche die Kunstschätze, damit die Afghanen an ihre Vergangenheit und ihre Identität erinnert würden.

Das Nationalmuseum in Kabul wurde 1930 gegründet und unter den Taliban immer wieder geplündert. Die radikalislamischen Herrscher zerstörten 2001 auch zwei gigantische Buddha-Statuen im Hochtal von Bamiyan. Deutsche Wissenschaftler helfen dabei, die beiden Unikate des Weltkulturerbes zu rekonstruieren.

Das Museum in Kabul hat seit 2004, nach seiner Restaurierung, wieder für Besucher geöffnet. Vor fünf Jahren erhielt es bereits fast 1500 Objekte zurück, die in ein Schweizer Museum vor den Taliban in Sicherheit gebracht worden waren.

son

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testthewest 05.08.2012
1.
Zitat von sysopAFPDas Museum in Kabul hat mehr als 800 gestohlene Kunstobjekte wiederbekommen. Während des Bürgerkriegs und unter den Taliban war das Haus immer wieder geplündert worden. Die Schätze sollen die Afghanen an die reiche Kultur ihres vom Krieg zerrütteten Landes erinnern. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,848339,00.html
Ziemlich sinnlose Aktion. Weder die Taliban noch Karzai interessieren sich groß für Kunst. Ich denke es wird nicht lange gehen, bis die Taliban, oder einen anderer religös motivierter Despot wieder das sagen haben in Kabul und dann die Kunstschätze entweder zerstört oder verkauft.
poweruser12 05.08.2012
2. sehr schön
endlich kommen die Teile wieder zurück. Wer mal das Kabul Museum besucht hat und die Trostlosigkeit der leere gesehen hat, dazu den Stolz der Angestellten, das wenigt zu präsentieren, der weiß das zu schätzen. Ein Volk definiert sich auch über Kunstschätze.
chilasi 05.08.2012
3.
Zitat von sysopAFPDas Museum in Kabul hat mehr als 800 gestohlene Kunstobjekte wiederbekommen. Während des Bürgerkriegs und unter den Taliban war das Haus immer wieder geplündert worden. Die Schätze sollen die Afghanen an die reiche Kultur ihres vom Krieg zerrütteten Landes erinnern. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,848339,00.html
Zum Museum Kabul im Jahre 1969 siehe auch: Afghanistan 1969-1974 (http://www.bamiyan.de) .
tksuper 05.08.2012
4. Zerstörung der Kunstschätze im Namen der Religion.
Es ist schade um diese Kulturgüter. In zwei Jahre, nach Abzug der ISAF Truppen, wenn die Taliban die Macht zurück erobert haben, werden die ganzen Kunstwerke wieder geraubt, oder höchstwahrscheinlich, wie es auch anderweitig auf der Welt geschieht, als unislamisch zerstört werden. Auch in Ägypten wird von den Islamisten schon die Zerstörung der vorislamischen (pharaonischen) Kulturschätze gefordert. Der groteske Höhepunkt hier, ist die Forderung die Pyramiden mit Wachs zu überziehen, da die wg. deren gewaltigen Masse nicht so einfach beseitigbar sind. In Mali ist schon ein Teil der Kulturschätze durch Islamisten vernichtet.
forumgehts? 05.08.2012
5. Von
Zitat von sysopAFPDas Museum in Kabul hat mehr als 800 gestohlene Kunstobjekte wiederbekommen. Während des Bürgerkriegs und unter den Taliban war das Haus immer wieder geplündert worden. Die Schätze sollen die Afghanen an die reiche Kultur ihres vom Krieg zerrütteten Landes erinnern. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,848339,00.html
den Verantwortlichen solcher Länder werden immer wieder derartige Forderungen erhoben. Leider werden diese von unseren unbedarften Politikern und Museumsleitern ernst genommen und nicht als das was sie sind: Eine Aufforderung, sie zu bestechen, damit sie Ruhe geben. Natürlich wäre eine entsprechende Antwort politisch höchst unkorrekt, aber wenn man das 2 - 3x durchgezogen hätte, dann hätte man auch seine Ruhe.
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