Analyse zu "Idomeneo"-Oper Gefährdung eher unwahrscheinlich

Die Deutsche Oper Berlin kann die aus Furcht vor Anschlägen islamistischer Terroristen abgesetzte Mozart-Oper "Idomeneo" nach Einschätzung der Polizei ab sofort wieder auf den Spielplan setzen.


Berlin - "Eine konkrete Gefährdung der Deutschen Oper oder der Mitwirkenden wird zurzeit nicht gesehen", heißt es in einer heute veröffentlichten Analyse des Landeskriminalamts. In Übereinstimmung mit dem Bundeskriminalamt sei man zu dem Ergebnis gekommen, dass gefährdende Ereignisse im Zusammenhang mit einer Wiederaufführung "eher unwahrscheinlich" seien, erklärte die Polizei.

Intendantin Harms: Baldige Wiederaufnahme angestrebt
Sabine Sauer/DER SPIEGEL

Intendantin Harms: Baldige Wiederaufnahme angestrebt

Die Entwicklung der Gefährdungslage werde weiter beobachtet und analysiert. Mit der Deutschen Oper habe man ein Sicherheitsgespräch geführt. Die Intendantin der Deutschen Oper, Kirsten Harms, hatte zuletzt erklärt, sie strebe eine baldige Wiederaufnahme an. Dies sei aber frühestens im Dezember möglich; notwendig sei zudem ein Sicherheitskonzept.

Die Deutsche Oper hatte "Idomeneo" in der umstrittenen Inszenierung von Hans Neuenfels Ende September vom Spielplan für den November genommen. Die Berliner Sicherheitsbehörden hatten vor möglichen islamistischen Anschlägen gewarnt, weil in der finalen Szene der Inszenierung die abgeschlagenen Häupter von Jesus, Buddha, Mohammed und Poseidon gezeigt werden.

Die Entscheidung der Opern-Intendanz war international auf Unverständnis und heftigen Protest gestoßen. Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte den Schritt als "unnötige Schere im Kopf" kritisiert. Der Berliner Innensenator Ehrhart Körting hatte nachträglich Versäumnisse bei der Kommunikation vor der Absetzung eingeräumt.

jaf/AP/ddp

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