Promi-Koch und Fernsehstar Anthony Bourdain ist tot

Durch seine Enthüllungsmemoiren über den Restaurantbetrieb wurde Anthony Bourdain berühmt. Später machte er sich auch als TV-Moderator einen Namen. Während Dreharbeiten ist der 61-Jährige nun gestorben.
Anthony Bourdain

Anthony Bourdain

Foto: Larry French/ Getty Images for DC Central Kitchen

Anthony Bourdain, Starkoch, Bestsellerautor und TV-Moderator, ist am Freitagmorgen tot aufgefunden worden. Er wurde 61 Jahre alt. Der Sender CNN, für den Bourdain die Reportagereihe "Parts Unknown" drehte, bestätigte seinen Tod. Demnach beging Bourdain Suizid.

Bourdain befand sich zu Dreharbeiten für neue Folgen von "Parts Unknown" in Frankreich. "Seine Liebe zu großen Abenteuern, neuen Freunden, gutem Essen und Trinken und den bemerkenswerten Geschichten der Welt machten ihn zu einem einzigartigen Geschichtenerzähler", erklärte der Sender. "Unsere Gedanken und Gebete sind bei seiner Tochter und seiner Familie in dieser unglaublich schwierigen Zeit."

Bourdain wurde 1956 in New York City geboren. Nach Besuch des Culinary Institute of America arbeitete er über zwei Jahrzehnte in der gehobenen Gastronomie, darunter in der bekannten Brasserie Les Halles in Manhattan.

Bestseller und Fernseherfolge

Berühmt wurde Bourdain vor allem als Autor: Gleich mit seinem ersten Buch "Geständnisse eines Küchenchefs: Was Sie über Restaurants nie wissen wollten" (Originaltitel "Kitchen Confidential"), das 2000 zu einem Bestseller wurde, sorgte er international für Aufsehen. Um in der rücksichtslosen Welt von Restaurantküchen bestehen zu können, so Bourdain, müsse man masochistisch veranlagt und von einer irrationalen Liebe zum Kochen erfasst sein. Es folgten mehrere Essaybände zum Thema Essen sowie zwei Thriller und mehrere populärwissenschaftliche Sachbücher.

Nach dem Erfolg von "Kitchen Confidential" erhielt Bourdain das Angebot, beim US-Sender Food Network seine eigene kulinarische Reisesendung zu drehen. Nach "A Cook's Tour" folgten diverse andere Formate, darunter "No Reservations" und "The Mind of A Chef". Bourdains Dokumentationen waren in Deutschland unter anderem bei Kabel Eins Doku zu sehen.

Nach zwei Scheidungen war Bourdain zuletzt mit der italienischen Schauspielerin und Regisseurin Asia Argento liiert, die er in ihrem Kampf gegen sexuellen Missbrauch in der Filmbranche öffentlichkeitswirksam unterstützte. Argento gehörte zu den ersten Frauen, die Filmproduzent Harvey Weinstein sexueller Übergriffe beschuldigten.

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hpi/dpa
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