ARD-Intendanten Harald Schmidt weiterhin zweimal pro Woche

Weniger Sendezeit für Harald Schmidt? Weniger Werbeverträge für Günter Jauch? Bei der Hauptversammlung des Ersten waren die Top-Moderatoren das Top-Thema.


Die Idee von ARD-Programm-Direktor Günter Struve kam nicht gut an bei der Intendantenrunde des Senders. Schmidts Sendung nur noch am Mittwoch, dafür aber eine ganze Stunde lang, auszustrahlen, lehnten die Chefs der neuen Sendeanstalten ab. Dafür darf Deutschlands Chefironiker sich über eine chefmäßige Verlängerung freuen: Bis 2008 geht Schmidt, der Vielseitige ("Waldi & Harry", "Bambi") im Ersten auf Sendung.

Moderator Schmidt: Hat gut lachen - bei der ARD mindestens noch bis 2008
DDP

Moderator Schmidt: Hat gut lachen - bei der ARD mindestens noch bis 2008

Mit Günter Jauch stand der zweite (künftige) ARD-Großverdiener auf dem Themenplan. Fest steht: Der RTL-Star soll ab September 2007 die Nachfolge von Sabine Christiansen antreten. Schönheitsfehler in der ansonsten plausiblen Neuordnung des ARD-Politik-Talks: Jauch macht ausgiebig Reklame. Uwe Kamman, Leiter des Adolf-Grimme-Instituts, möchte dem Moderator Werbung am liebsten ganz verbieten. Selbst Auftritte für Gummibärchen oder Kaffee seien "nie ganz harmlos", zitiert ihn die "Süddeutsche Zeitung".

Der ARD-Vorsitzende Thomas Gruber erklärte beim Abschluss der Tagung: "Wenn er werben will, kann er das nicht, wenn er gerade Lust hat; er wird sich mit dem NDR kurzschließen." Der Vertrag mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR) sei noch nicht endgültig ausgehandelt

Alles in allem sieht man in Jauchs vielfältigen Aktivitäten jedoch kein Problem, im Gegenteil: Struve erklärte, er könne sich in Zukunft weitere journalistische Formate mit Jauch vorstellen.

Weniger zuversichtlich gab man sich beim Thema Radsport. Dopingfälle und das Bekanntwerden des Sondervertrags mit dem Radprofi Jan Ullrich haben den Sender in Misskredit gebracht. Die Intendanten sprachen sich dennoch grundsätzlich für eine weitere Übertragung der Deutschland-Tour der Radprofis aus. Die Sportrechte- und Marketingagentur SportA GmbH erhielt den Auftrag zu weiteren Verhandlungen mit den Organisatoren.

Nach Ansicht der Intendanten rechtfertigten die vom Bund Deutscher Radfahrer (BDR) und den deutschen Radrennställen unternommenen Anstrengungen, Doping im Radsport zu verhindern, eine Fortsetzung der Verhandlungen mit den Veranstaltern.

Dan/dpa/ddp



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