ARD-Panne "Tagesschau" benennt Bundespräsidenten Köhler in "Klaus" um

Nach Farben-, Streifen- und Sternchenpannen im vergangenen Jahr hat es in einer ARD-Nachrichtensendung am Samstagabend einen neuerlichen Fauxpas gegeben: Die "Tagesschau" taufte Horst Köhler versehentlich in "Klaus" um.


Hamburg - In der ARD hat es erneut eine peinliche Panne gegeben. Dieses Mal war nicht die Flagge der Deutschen, sondern ihr Staatsoberhaupt das Opfer: Aus Horst Köhler wurde "Klaus Köhler". In einem Beitrag über die Eröffnung der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin blendete die "Tagesschau" parallel zu einer Rede des Bundespräsidenten den falschen Namen ein.

Bundespräsident Köhler in der ARD-"Tagesschau" am Samstagabend: "Klaus" statt Horst
dpa

Bundespräsident Köhler in der ARD-"Tagesschau" am Samstagabend: "Klaus" statt Horst

Die ARD entschuldigte sich eilig für den Fauxpas. "Wir haben schlichtweg einen Fehler gemacht", sagte der Chef vom Dienst der Nachrichtensendung, Ekkehard Launer. "Im Eifer des Gefechts ist die falsche Schrifteinblendung durchgerutscht." Bei der Produktion der Sendung von 20 Uhr habe es am Samstag eine "ziemlich turbulente Zeit" gegeben. Viele Beiträge seien erst kurz zuvor eingetroffen und hätten zum Teil stark bearbeitet werden müssen, sagte Launer zum Hintergrund des Missgeschicks.

Dass solche ärgerlichen Fehler leider bei weitem nicht so schnell wieder vergessen werden wie sie passiert sind, weiß die ARD seit ihren Pannenwochen im Jahr 2008 nur zu gut. Während der Fußball-Europameisterschaft hatte der Sender erstmals viel Häme einstecken müssen.

In einem "Tagesthemen"-Bericht zum bevorstehenden Halbfinale zwischen der Türkei und Deutschland war in einer Grafik hinter Moderator Tom Buhrow die falsche Deutschland-Fahne zu sehen - mit rot-schwarz-goldenen Streifen anstatt schwarz-rot-goldenen. Wenig später entging den Nachrichtenmachern erneut die Flagge mit der falschen Farbkombination - ein Fan hatte sie aus Jux gebastelt und im Hintergrund der Live-Aufnahmen geschwenkt.

Gleich zwei Mal traf es kurz darauf an verschiedener Stelle die Stars and Stripes des US-amerikanischen Banners. Einmal war der unterste weiße Querstreifen zu groß, ein anderes Mal fügten die "Tagesthemen" der Flagge noch einen hinzu. Kleinlich? Vielleicht. Doch so viele peinliche Ausrutscher seriöser öffentlich-rechtlicher Sendungen innerhalb von gerade mal zwei Monaten sorgten zurecht für Unmut unter Medienbeobachtern. Bei der ARD wurden gar personelle Konsequenzen gezogen.

Auch das ZDF erlebte in seinem neuen "heute"-Studio unlängst die erste Panne, beeilte sich aber zu versichern, der technische Fehler habe nichts mit dem 30 Millionen Euro teuren Set zu tun.

can/dpa

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