ARD-Pläne Dritte Schmidt-Show erst nach der WM

ARD-Programmdirektor Günter Struve ist wild entschlossen, die "Harald Schmidt"-Show an einem dritten Abend pro Woche auf Sendung gehen zu lassen. Nachgedacht wird über einen Termin im Herbst 2006 - nach der Fußball-Weltmeisterschaft.


ARD-Entertainer Schmidt: "Neue Fläche" nach der WM
DDP

ARD-Entertainer Schmidt: "Neue Fläche" nach der WM

Hamburg - "Die Fußball-Weltmeisterschaft wird eine neue Fläche für Harald Schmidt eröffnen", sagte Struve in einem Interview mit dem Branchendienst "Funk-Korrespondenz". "Und danach, so kann ich mir vorstellen, werden wir auch seine reguläre Show drei Mal pro Woche sehen, ab Herbst 2006 also, an welchem Wochentag auch immer."

Den Dienstagabend, wo Sandra Maischberger um 23 Uhr ihre Talk-Sendung abhält, schloss Struve jedoch aus. "Sandra Maischberger steht überhaupt nicht zur Disposition. Sie ist ein hoch geschätztes Mitglied unseres Protagonistenstabes. Bei der Suche nach einem dritten Sendeplatz für Harald Schmidt wird jedenfalls keine Lösung auf ihre Kosten gefunden werden."

Für das Informationsprogramm der ARD wünscht sich Struve im Zuge der Verlegung der "Tagesthemen" auf 22.15 Uhr (ab 2006) "eine noch weitere Öffnung auch zum etwas Leichteren hin". Grundsätzlich werde es auch in fünf Jahren noch so sein, dass die ARD-Informationssendungen eine deutlich distanziertere, kühlere Atmosphäre haben als die des ZDF. "Und das sehe ich nicht als Nachteil an", sagte Struve. "Denn es ist ja durchaus nicht verkehrt, wenn die Hauptnachrichtensendungen zweier nationaler, gebührenfinanzierter, öffentlich-rechtlicher Sender sich ein wenig unterscheiden."

Bei den politischen Magazinen habe sich die Terminverschiebung bereits positiv ausgewirkt. Das erste Vierteljahr mit dem neuen Sendetermin am Donnerstag um 21.45 Uhr habe gezeigt, dass "Monitor", "Panorama" und "Kontraste" profitiert haben, "am meisten 'Panorama' mit 500.000 Zuschauern mehr", so Struve. "Alle drei Magazine konnten ihren Marktanteil steigern. Das heißt, dass sich die Verlagerung auf 21.45 Uhr nach dem, was uns die Quoten bisher zeigen, ausgezahlt hat."

Zum schlechten Start des neuen Nachmittagsmagazins "Nachtisch" am 11. April sagte Struve: "Mit neuen Formaten muss man Geduld haben. Fernsehen hat mit Gewohnheiten zu tun. Aber wenn die Startschwierigkeiten zu einem Dauerzustand zu werden drohen, dann wird man sich was überlegen."



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