ARD-Politmagazine Kürzere Sendung, weniger Zuschauer

Die Programmreform der ARD geht nicht auf: Nach der Kürzung von 45 Minuten auf eine halbe Stunde haben Politmagazine wie "Report" und "Panorama" deutlich an Zuschauern verloren. Geplant war genau das Gegenteil.


Hamburg - Die Redaktionen der betroffenen Magazine hatten damals schon den richtigen Riecher: Als die ARD gegen Ende letzten Jahres beschloss, bei der Kernkompetenz zu kürzen und die politischen Sendungen von 45 Minuten auf eine halbe Stunde zu kappen, beschworen viele Redakteure im Einklang mit Journalistenorganisationen den Untergang des öffentlich-rechtlichen Abendlandes.

Nicht ganz zu Unrecht, wie sich jetzt, nach einem halben Jahr, herausstellt. Nach der Verkürzung und der Einführung neuer Sendezeiten zu Jahresbeginn haben die ARD-Politmagazine überwiegend Zuschauer verloren. Das bestätigte heute die ARD. Wie die "Frankfurter Rundschau" berichtet, hatten vor allem "Panorama", "Monitor" und "Report Mainz" in der ersten Hälfte dieses Jahre deutlich weniger Zuschauer als im Vorjahreszeitraum. Seit Januar werden die sechs ARD-Magazine montags und donnerstags einheitlich um 21.45 Uhr vor den "Tagesthemen" ausgestrahlt, die von 22.30 Uhr auf 22.15 Uhr vorverlegt wurden. Zuvor liefen viele der Magazine bereits um 21 Uhr.

Ziel der Programmreform war es, sowohl Nachrichtensendungen als auch Politmagazine durch ein neues Abendschema zu stärken, doch lediglich "Kontraste" (RBB) und "Report München" (BR) konnten ihre Zuschauerzahl stabil halten. Beide wurden im ersten Halbjahr 2006 durchschnittlich von jeweils 2,95 Millionen Menschen gesehen, was für "Report München" sogar einen leichten Zuwachs gegenüber dem Vorjahreszeitraum (2,86 Millionen) signalisiert. Einbußen gab es dagegen bei "Panorama" (NDR) von 3,50 auf 3,28 Millionen, bei "Monitor" (WDR) von 3,31 auf 3,00 Millionen, bei "Fakt" (MDR) von 3,15 auf 2,87 Millionen und bei "Report Mainz" (SWR) von 3,17 auf 2,64 Millionen.

Vom späteren Termin der ARD-Sendungen profitiert vor allem das ZDF-Magazin "Frontal 21" mit durchschnittlich 3,62 Millionen Zuschauern (2005: 3,72). Die Sendung behauptete im ersten Halbjahr 2006 seine Position als meistgesehenes Politmagazin, sie wird dienstags um 21.00 Uhr ausgestrahlt und ist 45 Minuten lang.

bor/dpa



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