"Art goes Heiligendamm" Deeskalative Kunst für den G8-Gipfel

Der bevorstehende G-8 Gipfel im Ostseebad Heiligendamm Anfang Juni wird nicht nur linke Proteste entfachen, sondern auch Kunstliebhaber entzücken und so Harmonie schaffen. Jedenfalls hoffen das die Initiatoren von "Art goes Heiligendamm".

Berlin/Rostock - Vom 24. Mai bis 9. Juni soll in Rostock, nahe Heiligendamm, ein Programm mit internationalen Künstlern, Workshops, Installationen und Vorträgen stattfinden. Die teilnehmenden Künstler wollen mit "Art goes Heiligendamm" zwischen Politik und Globalisierungskritikern vermitteln. Die Initiatiorin des Projekts, die ehemalige Berliner Kultursenatorin Adrienne Goehler, sagte bei der Vorstellung des Konzepts, das Projekt verstehe sich als Experiment zur "Erweiterung des gesellschaftlichen Resonanzraums von Kunst".

Man wolle zur Deeskalation vor Ort beitragen und die Wahrnehmung der Globalisierung mit künstlerischen Mitteln erweitern. Damit wolle man aus der dualen Logik von Gipfel-Teilnehmern und Gipfelgegnern ausbrechen und einen diskursiven und visuellen Erfahrungsraum jenseits von Gut und Böse schaffen.

Zum Schutz der G8-Teilnehmer wurde ein 12 Kilometer langer Zaun rund um den Tagungsort errichtet. Goehler sieht darin einen Ausdruck des Dilemmas des Gipfels. Man entscheide über Schicksalsfragen der Menschheit, gleichzeitig sei den Verantwortlichen durch den Zaun eine Begegnung mit den Menschen und ihren Anliegen nicht möglich. "Dieser Widerspruch schreit nach Reflexion - nicht nur, aber auch durch Kunst".

Gefördert wird das Projekt von der Stadt, dem Land und der Heinrich-Böll-Stiftung. Zudem setzen sich Einzelpersonen aus Kultur und Politik für das Projekt ein und unterstützen es mit Spenden.

hae/ddp

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