Asphalt-Eklat Düsseldorf soll "Ueckerplatz" rekonstruieren

"Es ist für die Stadt ein Skandal", sagte der für seine Nagelreliefs bekannte Künstler Günther Uecker. Die Stadt Düsseldorf hatte den von ihm gestalteten Platz asphaltiert. Jetzt soll sie das Kunstwerk wieder in Stand setzen.


Protestieren: Günther Uecker (rechts) und Architekt Thomas Beucker
DPA

Protestieren: Günther Uecker (rechts) und Architekt Thomas Beucker

Düsseldorf - Der asphaltierte Platz des "Nagelkünstlers" Uecker in Düsseldorf soll nach heftigen Protesten rekonstruiert werden. Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin (CDU) habe ihm zugesagt, sich für den Wiederaufbau des öffentlichen Kunstwerks einzusetzen, so Uecker. "Dass Erwin zu Fuß zu mir gekommen ist, hat mich schon gerührt", sagte der Künstler. Die Stadt hatte den Platz in Düsseldorfs "Medienmeile" am Hafen mit Asphalt versiegelt lassen und damit bundesweit erhebliche Bestürzung in der Kulturszene ausgelöst.

Zwei Stunden habe das Gespräch mit dem Stadtoberhaupt in seinem Atelier gedauert, sagte Uecker. Der Künstler hatte mit einer Klage wegen Verletzung des Urheberrechts gedroht. Einen Zeitplan für den Wiederaufbau des Platzes gebe es noch nicht. Ursprünglich war der Platz mit hellem, lockerem Kies und steinernen Sitzbänken gestaltet gewesen. Uecker zeigte sich zuversichtlich, dass sich auf dem Platz wie geplant ein Amphitheater für Filme etablieren lasse. Der Platz war für rund 1,6 Millionen Mark geschaffen worden. Ein Sprecher der Stadt Düsseldorf bestätigte lediglich, dass es ein Gespräch zwischen dem Oberbürgermeister und Uecker gegeben habe.



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