Sparpläne Springer will bei "Bild"-Gruppe bis zu 200 Stellen streichen

Die "Bild"-Zeitung macht Gewinn, trotzdem plant der Axel-Springer-Verlag massive Einschnitte bei dem Boulevardblatt. 20 Millionen Euro will der Konzern sparen, bis zu 200 Stellen sind nach SPIEGEL-Informationen bei der "Bild"-Gruppe von der Streichung bedroht.
"Bild"-Zeitung: Die Axel Springer AG plant massive Kürzungen

"Bild"-Zeitung: Die Axel Springer AG plant massive Kürzungen

Foto: Sean Gallup/ Getty Images

Hamburg/Berlin - Der Axel-Springer-Verlag hält offenbar Einschnitte in seinem klassischen Print-Geschäft für notwendig. Wie mehrere mit den Verhandlungen vertraute Springer-Leute dem SPIEGEL bestätigten, geht es bei den aktuell diskutierten Sparszenarien um ein Volumen von 20 Millionen Euro. Offenbar könnten bei der "Bild"-Gruppe im Zuge des Kostensenkungsplans 170 bis 200 Stellen wegfallen.

Derzeit diskutiert man bei Springer eine Zusammenführung der "B.Z." mit "Bild Berlin-Brandenburg". Der Lokalteil der Berliner "Bild" würde dann zusammen mit der "B.Z." erstellt werden. Auch die konkreten Mittel und Wege, sich von Mitarbeitern zu trennen, würden bereits durchgespielt. Eine diskutierte Variante sah offenbar vor, "Bild"-, "Bild.de"- und "B.Z."-Redakteure in eine gemeinsame Gesellschaft zu überführen - etwa in die Bild Digital GmbH. Dort arbeiten die Beschäftigten ohne Tarifbindung und auch sonst zu oft deutlich schlechteren Konditionen als ihre traditionellen Print-Kollegen.

Der Verlag hat sich bereits auf Kündigungen eingerichtet: 50 Millionen Euro hat Springer dieses Jahr für "Strukturanpassungen" zurückgestellt. Der Verlag teilte mit, man prüfe derzeit "vielerlei Umbauszenarien". Dementiert wurde nichts. "Wir wollen jetzt die Voraussetzungen schaffen für einen auch wirtschaftlich erfolgreichen multimedialen Journalismus," sagte eine Sprecherin dem SPIEGEL.

Der Springer-Vorstand als Gesamtgremium habe sich bislang nicht mit den "unverbindlichen Planspielen" befasst, heißt es. Nach SPIEGEL-Informationen waren jedoch drei Vorstandsmitglieder in den Runden dabei, in denen über die drastischen Sparziele diskutiert wurde.

Im vergangenen Jahr steuerte "Bild" etwa 300 Millionen Euro Gewinn zum Konzernergebnis bei. Die Rendite des Boulevardblatts liegt nach Informationen des SPIEGEL bei mehr als 30 Prozent.

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