"Dieser Brief ist illegal" Inhaftierte türkische Künstlerin dankt Banksy

Die türkisch-kurdische Künstlerin und Journalistin Zehra Dogan hat ein Schreiben an Banksy aus ihrer Zelle geschmuggelt. Der Street-Art-Star hatte sie mit einem Wandbild unterstützt.
Banksy-Protest "Free Zehra Dogan"

Banksy-Protest "Free Zehra Dogan"

Foto: JASON SZENES/ EPA-EFE/ REX/ Shutterstock

"Lieber Banksy, ich schreibe diesen illegalen Brief aus einem Verlies, das in seiner Geschichte blutige Qualen gesehen hat": So beginnt die Künstlerin und Journalistin Zehra Dogan einen Brief, den sie an den weltbekannten Street-Art-Künstler Banksy geschrieben hat und den dieser auf seinem Instagram-Account veröffentlicht hat.

"Der Brief ist illegal, weil ich weder Briefe schreiben noch telefonieren darf." Zehra Dogan ist in der südostanatolischen Stadt Diyarbakir inhaftiert, sie wurde im März 2017 verurteilt, weil sie die Zerstörung einer türkischen Stadt gemalt hatte - inklusive einer über das Szenario fliegenden Landesflagge.

Banksy hatte gegen ihre Inhaftierung mit einem Wandbild in New York protestiert. An der 21 Meter breiten Mauer an der Ecke Houston Street und Bowery malte er im vergangenen März schwarze Striche, die die Gitterstäbe vor Gefängnisfenstern darstellen sollen und die Tage symbolisieren, die Zehra Dogan bis dahin bereits im Gefängnis verbracht hatte. Hinter den Gitterstäben sieht man das Gesicht Dogans, in einer Ecke steht "Free Zehra Dogan".

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Den Grund für sein Engagement hat Banksy in einer Erklärung gegenüber der "New York Times" benannt : "Ich fühle mit ihr. Ich habe so viele Dinge gemalt, die viel eher einer Freiheitsstrafe bedürften." Auch der Künstler Ai Weiwei schrieb ihr einen Brief.

Die Künstlerin erfuhr von Banksys Gemälde aus der Zeitung. In ihrem Brief beschreibt sie die Zustände in dem türkischen Gefängnis, Selbstmorde von Inhaftierten und den anhaltenden Konflikt in der Region. "Fast stündlich hören wir Kampfjets. Wir wissen, dass jeder Kampfjet unsere Schwestern, Brüder, Verwandten und Tiere tötet. Es ist schwierig, das Gefühl zu beschreiben, wie es ist, wenn man fast täglich aus der Zeitung erfährt, dass Freunde oder Bekannte getötet worden sind."

Banksy veröffentlichte Bilder des handgeschriebenen Briefs und eine Übersetzung ins Englische auf seinem Instagram-Account. Im letzten Absatz dankt sie Banksy und dem Graffiti-Künstler Barf: "Ich kann Dir und Barf nicht genug danken. Ich hätte mir nicht vorstellen können, dass mein Bild in einer Stadt wie New York gezeigt wird. Ich verbringe zwölf Stunden am Tag damit, mir Dinge vorzustellen, doch das übersteigt meine Imagination. Ich fühle mich stärker und jetzt male ich Afrin. Weil es das wert ist."

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Banksy: Der schlechteste Ausblick der Welt

Foto: Johannes Schmitt-Tegge/ dpa
cpa