Mehr als elf Millionen Euro Schimpansen-Gemälde von Banksy für Rekordpreis verkauft

Ein teures Bild zur Zeit: Banksys Gemälde "Devolved Parliament", das Schimpansen im britischen Parlament zeigt, hat den bisherigen Rekordpreis für ein Werk des britischen Künstlers pulverisiert.

Banksys Werk wurde für mehr als das Fünffache des Schätzwertes versteigert
Simon Dawson/REUTERS

Banksys Werk wurde für mehr als das Fünffache des Schätzwertes versteigert


Das größte bekannte Banksy-Gemälde ist für mehr als elf Millionen Euro verkauft worden. Das Londoner Auktionshaus Sotheby's gab den Verkaufspreis für das Werk mit dem Titel "Devolved Parliament" (etwa: "Delegiertes Parlament") auf seiner Internetseite am Donnerstagabend mit rund 9,8 Millionen Pfund (11,06 Millionen Euro) an. Das Gemälde zeigt das britische Unterhaus voll besetzt mit Schimpansen. Zu dem Käufer, der nach einem 13-minütigen Bieterwettkampf den Zuschlag erhielt, gab es keine Angaben.

Das Werk war 2009 für das Bristol City Museum und die Ausstellung "Banksy vs. Bristol Museum" unter dem Namen "Question Time" erschaffen. 2011 wurde das Gemälde von Banksy anonym verkauft und Anfang 2019 von seinem Besitzer anlässlich des zehnjährigen Bild-Jubiläums und des ursprünglich geplanten Brexit-Termins am 29. März wieder an das Museum verliehen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

Den Auktionswert des 4,5 Meter breiten und 2,8 Meter hohen Bildes schätzte Sotheby's vor Beginn der Auktion auf umgerechnet 1,7 bis 2,2 Millionen Euro. Der bisherige Rekordpreis für ein Werk des britischen Künstlers lag bei etwas mehr als einer Millionen Pfund, der 2008 für "Keep it Spotless" bei einer Auktion in New York bezahlt wurde.

"Unabhängig davon, auf welcher Seite man in der Brexit-Debatte steht, gibt es keinen Zweifel, dass dieses Werk heute relevanter ist als jemals zuvor", hatte das Auktionhaus vor der Versteigerung erklärt. Banksy habe die "kompliziertesten politischen Situationen der Gesellschaft" in nur einem einzigen Bild destilliert, sagte Alex Branczik, der bei Sotheby's für zeitgenössische europäische Kunst verantwortlich ist.

mfu/dpa/Reuters



insgesamt 17 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
dschiseskreist 03.10.2019
1. Devolve
Mag ja sein dass to devolve so etwas ähnliches bedeutend wie deligiert, aber ich denke der gute Mann hatte bei der Benamung wohl eher die Anspielung an den Gegensatz zu to evolve im Sinn. Daher hier auch als Adjektiv und nicht als Verb benutzt. Der Text in der Klammer sollte dann eher lauten: "degeneriertes Parlament", was ja auch viel besser zur aktuellen Situation passt.
Menschundrecht 03.10.2019
2. The Harbinger Of Death*
Ja, fünfzig Jahre Planet der Äffinnen und Affen (https://www.youtube.com/watch?v=Y8htpob_WU0), im restlichen Westeuropa und sowieso in Deutschland aber nicht weniger, als in England. * Zitat Cornelius ohne Anführung, weil Beitragstitel
hubertus_hassmeister 04.10.2019
3. Würde ...
... mich nicht wundern, wenn auch dieser Käufer Banksy war. ;D
tecmic 04.10.2019
4. Weisheit
und Genie kommen selten so überein, wie bei Banksy. Allein seine Reaktionen darüber, wenn jemand seine Kunst vermarkten möchte, wie die als Reaktion auf eine vermeindliche Namenssicherung einer Postkartenfirma, einen eigenen vollkommen gewinnlosen Shop aufzumachen spricht von unglaublicher Weitsicht, vor allem, dann wirklich ein Flüchtlingsschiff zu finanzieren. Das glaub ich ihm 1000 mal mehr als 2 deutschen TV Moderatoren. Dieser Mensch ist schlau und weise, man sollte ihm mehr zusehen und hören!
Die Elixiere des Teufels 04.10.2019
5. Hat das mal einer geboobeld?
Ist doch am Besten mit "degeneriertes Parlament" zu uebersetzen. Zugleich eine Anspielung auf De-evolution, q.v. Dollos' Gesetz Und die unwahrscheinlichkeit der exakten Zurück-Evolution. - Zaphod Beeblebrox.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.