Bauwerke Kölner Dom bleibt Weltkulturerbe

Aufatmen am Rhein, Debatten an der Elbe, Hoffnung an der Donau: Das Welterbe-Komitee der Unesco diskutiert gerade einige Problemfälle. Doch während es den Kölner Dom bereits von der Roten Liste strich, stehen die übrigen Entscheidungen noch aus.


Bonn - Der Kölner Dom steht nicht mehr auf der Roten Liste des gefährdeten Weltkulturguts. Dies entschied das Welterbe-Komitee der Unesco auf seiner Tagung in der litauischen Hauptstadt Vilnius, wie ein Sprecher der Deutschen Unesco-Kommission in Bonn mitteilte. Damit ist die Gefahr für den Dom abgewendet, von der Welterbe-Liste gestrichen zu werden. Die Stadt Köln habe den Forderungen des Komitees hinsichtlich der umstrittenen Hochhauspläne im Umfeld des Doms "weitgehend entsprochen", hieß es zur Begründung.

Kölner Dom: Weltkulturerbe seit 1996
Köln Tourismus

Kölner Dom: Weltkulturerbe seit 1996

Die Unesco hatte die weltbekannte gotische Kathedrale 2004 auf die Rote Liste des gefährdeten Weltkulturguts gesetzt, weil sie das Erscheinungsbild des Doms durch den geplanten Bau von Hochhäusern auf der gegenüberliegenden Rheinseite beeinträchtigt sah. Das Komitee hatte anschließend mehrfach mit der Streichung aus der Welterbe-Liste gedroht, falls Köln seine Hochhauspläne nicht korrigiere. Die UN-Organisation vertrat die Auffassung, dass die im rechtsrheinischen Stadtteil Deutz geplanten Hochhäuser die optische Unversehrtheit des vom Dom dominierten Rhein-Panoramas gefährdeten.

Inzwischen hat die Stadt sich jedoch von ihrem Hochhaus-Konzept verabschiedet und plant nur noch Neubauten von maximal 60 Metern Höhe. "Damit wird die visuelle Integrität des Doms gewahrt", sagte der Pressesprecher der Stadt Köln, Ulrich Höver. Das Monument war 1996 von der UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur zum Welterbe erklärt worden.

Diskussion um Autobrücke im Elbtal

Das Welterbekomitee entscheidet in dieser Woche zudem darüber, ob das Elbtal bei Dresden trotz der Baupläne für eine große Flussbrücke Welterbe bleiben kann. Außerdem wird darüber verhandelt werden, ob die oberpfälzische Stadt Regensburg in die Unesco-Liste aufgenommen wird.

In Dresden zeigte man sich bis zuletzt entschlossen, am Bau einer umstrittenen Autobrücke über die Elbe festzuhalten. Stadtsprecher Karl Schuricht verwies auf einen Bürgerentscheid für die sogenannte Waldschlösschenbrücke. Der Stadtrat werde am 20. Juli in einer Sondersitzung über das weitere Vorgehen entscheiden. Eine Änderung des Bürgerentscheides könne nur mit 60.000 Unterschriften oder einer Zwei-Drittel-Mehrheit im Stadtrat erreicht werden.

Die Unesco hatte im Jahre 2004 das Elbtal Dresden als Weltkulturerbe anerkannt. Die Entscheidung fiel damals innerhalb der Welterbekommission mit übergroßer Mehrheit und ohne Diskussionen. Bei dem ausgezeichneten Gebiet handelt es sich um einen 18 Kilometer langen Streifen entlang der Elbe, der zwischen 500 Metern und drei Kilometern breit ist. Gewürdigt wurde das einzigartige Zusammenspiel in einem über 600 Jahre alten Naturraum. Die geplante 636 Meter lange Waldschlösschenbrücke quer durch das Elbtal soll 240 Millionen Euro kosten. Alleine die Planungskosten belaufen sich bereits jetzt schon auf rund zehn Millionen Euro.

Regensburg voll Hoffnung

In Regensburg, wo man sich bereits seit rund 20 Jahren um das Prädikat "Welterbe" für die Altstadt bemüht, hofft man weiter auf eine positive Entscheidung. Die markantesten Bauten der Stadt sind der gotische Dom und die 860 Jahre alte Steinerne Brücke, die über die Donau führt. Daneben gibt es rund 1.400 andere denkmalgeschützte Bauten in der Altstadt, wie die mittelalterlichen Patriziertürme.

Im Mittelalter war die Donaustadt, in deren Bereich schon die Römer ein Legionslager gegründet hatten, eine der wohlhabendsten und größten Städte Deutschlands. Heute ist Regensburg Hauptstadt des bayerischen Regierungsbezirks Oberpfalz und mit rund 152.000 Einwohnern die viertgrößte Stadt Bayerns.

hoc/AFP/AP



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