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27. Mai 2019, 19:50 Uhr

Traditionsreiches Parteiorgan

CSU stellt den "Bayernkurier" ein

Schluss nach 69 Jahren: Die Printausgabe des CSU-Blattes "Bayernkurier" wird Opfer des Medienwandels.

Es ist das Sprachrohr der Konservativen im Freistaat und legendär in seiner Meinungsstärke: Seit dem 3. Juni 1950 bringt die CSU ihr Parteiorgan "Bayernkurier" heraus. Doch trotz der Finanzierung durch die Christsozialen ist der Umbruch in der Medienwelt nicht an dem Blatt vorbeigegangen. Erst Mitte 2015 war es relauncht und seine Veröffentlichung von wöchentlich auf monatlich umgestellt worden.

Nun ist bekannt geworden, dass die CSU den "Bayernkurier" als Druckerzeugnis ganz einstellen will. Das kündigte CSU-Generalsekretär Markus Blume nach einer Vorstandssitzung seiner Partei in München an. Grund ist, dass die CSU ihre Ressourcen künftig voll auf die digitale Kommunikation legen will.

Das CSU-Präsidium, so Blume, solle ausarbeiten, "wie wir unsere analoge Kommunikation, den 'Bayernkurier', in diesem Jahr noch einstellen können und die neuen Möglichkeiten im Digitalen dafür umso stärker nutzen können".

Entscheidend sei, wie man maximale Reichweiten erziele. In normalen sozialen Netzwerken sei die CSU "nicht schlecht unterwegs", man wolle aber deutlich besser werden, auch auf YouTube und anderen Kanälen. Dafür brauche man aber Ressourcen, die heute zum Teil anders gebunden seien.

"Deswegen sind wir der Meinung, dass es notwendig ist, hier wirklich den Schalter umzulegen", sagte Blume. Zwar sollten analoge Formate weiter dazugehören, "aber die Zeiten, wo man sich ein sehr gut gemachtes Hochglanzmagazin leisten kann, während man im Digitalen tatsächlich noch weitere Gehhilfen braucht, diese Zeiten sind vorbei."

cbu/dpa

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