Traditionsreiches Parteiorgan CSU stellt den "Bayernkurier" ein

Schluss nach 69 Jahren: Die Printausgabe des CSU-Blattes "Bayernkurier" wird Opfer des Medienwandels.

Sven Hoppe/ DPA

Es ist das Sprachrohr der Konservativen im Freistaat und legendär in seiner Meinungsstärke: Seit dem 3. Juni 1950 bringt die CSU ihr Parteiorgan "Bayernkurier" heraus. Doch trotz der Finanzierung durch die Christsozialen ist der Umbruch in der Medienwelt nicht an dem Blatt vorbeigegangen. Erst Mitte 2015 war es relauncht und seine Veröffentlichung von wöchentlich auf monatlich umgestellt worden.

Nun ist bekannt geworden, dass die CSU den "Bayernkurier" als Druckerzeugnis ganz einstellen will. Das kündigte CSU-Generalsekretär Markus Blume nach einer Vorstandssitzung seiner Partei in München an. Grund ist, dass die CSU ihre Ressourcen künftig voll auf die digitale Kommunikation legen will.

Das CSU-Präsidium, so Blume, solle ausarbeiten, "wie wir unsere analoge Kommunikation, den 'Bayernkurier', in diesem Jahr noch einstellen können und die neuen Möglichkeiten im Digitalen dafür umso stärker nutzen können".

Entscheidend sei, wie man maximale Reichweiten erziele. In normalen sozialen Netzwerken sei die CSU "nicht schlecht unterwegs", man wolle aber deutlich besser werden, auch auf YouTube und anderen Kanälen. Dafür brauche man aber Ressourcen, die heute zum Teil anders gebunden seien.

"Deswegen sind wir der Meinung, dass es notwendig ist, hier wirklich den Schalter umzulegen", sagte Blume. Zwar sollten analoge Formate weiter dazugehören, "aber die Zeiten, wo man sich ein sehr gut gemachtes Hochglanzmagazin leisten kann, während man im Digitalen tatsächlich noch weitere Gehhilfen braucht, diese Zeiten sind vorbei."

cbu/dpa



insgesamt 11 Beiträge
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charlybird 27.05.2019
1. Das
sind doch mal richtig gute Nachrichten aus Bayern. Dieses bayrische Weltmagazin hat auch wirklich genug angerichtet.
postmaterialist2011 27.05.2019
2. Der Bayernkurier macht auf digital ?
Ist das nicht ein Oxymoron ? Ein rückständiges Hetzblatt der analogen Ewiggestrigen will diese nun nur noch im Netz erreichen. Na dann mal viel Glück. Die CDU/CSU scheint derzeit ein glückliches Händchen in Bezug auf die Kommunikation mit ihren verbliebenen Wählern zu haben, Neue dazu zu gewinnen wird sie bei den aufgeklärten jungen Menschen Gottseidank keine mehr.
der Pöter 27.05.2019
3. Längst überfällig!
Dieses erzkonservative Hetzblatt unter FJS Gnaden gehörte schon vor Jahren abgeschafft.
derweise 28.05.2019
4. Programmatisch am Ende
Die CSU ist programmatisch am Ende. Es ist nur konsequent, daß der "Baernkurier" eingestellt wird!
biobayer 28.05.2019
5. CSU mit 40,7 %
Zitat von postmaterialist2011Ist das nicht ein Oxymoron ? Ein rückständiges Hetzblatt der analogen Ewiggestrigen will diese nun nur noch im Netz erreichen. Na dann mal viel Glück. Die CDU/CSU scheint derzeit ein glückliches Händchen in Bezug auf die Kommunikation mit ihren verbliebenen Wählern zu haben, Neue dazu zu gewinnen wird sie bei den aufgeklärten jungen Menschen Gottseidank keine mehr.
Bei der EU-Wahl in Bayern hat die CSU bereits neue Wähler hinzu gewonnen und 40,7 % erreicht. Zum Vergleich: SPD 9,3 % . Wie sich der neue digitale Bayernkurier auf künftige Wahlergebnisse auswirken wird, wird sich weisen. Im Westen ist die CSU die einzige verbliebene Volkspartei , im Osten entwickelt sich die AfD zur neuen Volkspartei.
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