Bayreuth Lars von Trier inszeniert den nächsten "Ring"

Eine ungewöhnliche Entscheidung: Der dänische Filmregisseur Lars von Trier wird Wagners Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" für die Bayreuther Festspiele im Jahre 2006 neu inszenieren.


Vom Kino auf den "Grünen Hügel": Regisseur von Trier
AP

Vom Kino auf den "Grünen Hügel": Regisseur von Trier

Bayreuth - Festspielleiter Wolfgang Wagner gab das überraschende Engagement am Mittwoch nach einem Zusammentreffen des 45-jährigen Filmemachers von Trier, Hauptvertreter und Begründer der "Dogma 95"-Schule, mit dem künftigen "Ring"-Dirigenten Christian Thielemann bekannt.

Für die szenische Gestaltung des nächsten "Rings" ist der isländische Bühnen- und Kostümbildner Karl Juliusson vorgesehen. Sein Name ist mit mehreren Filmen Lars von Triers, aber auch mit Arbeiten von Ola Solum, Liv Ullmann und Carl J. Kionig verbunden. Zur Besetzung oder zu stilistischen Fragen der Neuinszenierungen wollten sich Wagner und sein künftiges "Ring"-Team noch nicht äußern.

Lars von Trier wurde durch seine Filme "Element of Crime", "Medea", "Europa", "Breaking The Waves" und "Idioten" bekannt. Für sein ungewöhnliches Musical "Dancer In The Dark" gewann er im letzten Jahr die Goldene Palme der Filmfestspiele in Cannes. Nach Werner Herzogs "Lohengrin" im Jahr 1987 wird nun erneut ein Filmemacher am "Grünen Hügel" Regie führen. Bereits 1976 hatte der französische Theater- und Filmregisseur Patrice Chereau ("Intimacy") eine als "Jahrhundert-Ring" gelobte Inszenierung in Bayreuth geschaffen. Wolfgang Wagner verspricht sich von der Verpflichtung Triers eine "ebenso fantasievolle wie professionelle" Erarbeitung der vier "Ring"-Werke "in ihrem komplexen Ernst und ihrem künstlerischen Reichtum".



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