Wagner-Fans gegen Katharina Wagner "Buuuuuh"

Auch im dritten Anlauf konnte Katharina Wagner nicht überzeugen: Bei den Bayreuther Festspielen hat sie für ihre "Tristan"-Inszenierung lautstarke Buh-Rufe geerntet.

Katharina Wagner bei der Eröffnung der Festspiele am Dienstag
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Katharina Wagner bei der Eröffnung der Festspiele am Dienstag


Die Inszenierung ist düster und provokativ, die Liebesgeschichte perspektivlos und unüberwindbar: Regisseurin Katharina Wagner konnte mit der umstrittenen Wiederaufnahme von Richard Wagners "Tristan und Isolde" bei den Bayreuther Festspielen nicht voll überzeugen. Die Chefin auf dem "Grünen Hügel" erntete auch im dritten Jahr dieser Produktion lautstarke Buh-Rufe.

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Die Inszenierung des Liebesdramas um den Ritter Tristan und seine Geliebte Isolde stammt bereits aus dem Jahr 2015 - fand aber durchaus auch Anhänger.

Deutlich besser erging es Christian Thielemann, Musikdirektor der Festspiele und Dirigent des Abends. Seine fulminante Interpretation der Wagnerschen Partitur ging schon vom ersten Takt des Vorspiels tief unter die Haut. Gefeiert wurden auch Stephen Gould als Tristan, Petra Lang als Isolde, René Pape als Marke und Christa Mayer als Brangäne.

Die Bayreuther Festspiele wurden am Dienstag mit "Die Meistersinger von Nürnberg" eröffnet. Das umstrittene Werk von Regisseurin Wagner wird während der Festspiele bis Ende August noch fünfmal aufgeführt.

sun/dpa

insgesamt 15 Beiträge
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laufwumf 27.07.2017
1. Rotzfrecher Dilletantismus
Was - auch und gerade in der Kunst - hohe Wertschätzung verdient, sind Menschen, die KÖNNEN, was sie tun. Frau Wagner hat leider jedes einzelne Buh in Bayreuth gründlich verdient. Die Aufführung war nun mal wirklich - ich sag's nicht gern - zum sich den Finger in den Hals stecken. Mehr von sowas braucht man, als zum Leiden befähigtes menschliches Geschöpf, wirklich nicht in die Tüte gestopft kriegen. Irgendwann hört sogar das geduldigste Publikum auf, kompletten Schwachsinn schweigend herunterzuschlucken.
sven2016 27.07.2017
2.
Das "Ausbuhen" von Operninszenierungen hat zwar lange Tradition, aber früher war das die kulturelle Debatte zwischen dem jeweiligen Mainstream und experimentellen Strömungen (selten auch mal inhaltliche Kritik). Inzwischen besteht die Kulturszene aus so vielen und stark verfeindeten Clubs, dass bei medienbeachteten Aufführungen fast immer irgendjemand Anlass zum Buhen sieht. Das stört doch sehr, Kritik kann auch im Diskurs erfolgen.
JSorel 27.07.2017
3. @laufwumf
Ich entnehme aus Ihrem Beitrag, dass Sie gestern vor Ort im Festspielhaus waren. Erzählen Sie doch mal, was konkret und im einzelnen so schlecht war? Ich bin sehr gespannt! Danke!
dondon 27.07.2017
4. Zu viel Aufmerksamkeit
Auch negative Aufmerksamkeit ist Aufmerksamkeit. Anstelle sich immer nur an exemplarischen, in diesem Fall sogar scheinbar (ich kann es ja nicht beurteilen weil nicht gesehen/ kein Interesse) sehr schlecht inszenierten Stücken zu orientieren, darf man auch gerne mal über eher unbekannte, dafür interessante, Aufführungen und Darbietungen aus der breiten Masse der Kunstangebote sprechen. Die Wagnerfestspiele in Bayreuth sowie Bayreuth selber sind doch schon seit Jahren in der Kritik. Warum also so viel Aufmerksamkeit dafür? Das verstehe ich nicht. Andere, die wirklich grandioses leisten (vor kurzem habe ich das Musical Tarzan gesehen; Fantastisch!) und Aufmerksamkeit verdienen, fallen den Tisch runter. Ich bin interessiert an guten Aufführungen. Auch an kleineren Veranstaltungen. Es muss nicht immer Tarzan sein. Da wäre es doch wünschenswert, wenn die Presse mir den Gefallen tut und ein paar gute Angebote analysiert, anstatt, typisch deutsch, sich am verreißen von schlechten Stücken zu ergötzt.
henson999 27.07.2017
5.
Zitat von JSorelIch entnehme aus Ihrem Beitrag, dass Sie gestern vor Ort im Festspielhaus waren. Erzählen Sie doch mal, was konkret und im einzelnen so schlecht war? Ich bin sehr gespannt! Danke!
Er muss nicht dagewesen sein. Die Aufführungen werden auch im Fernsehen gezeigt. Ich habe vorgestern auch die Meistersinger live auf der Couch schauen können.
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