Bayreuther Festspiele Lars von Trier kneift vor dem "Ring"

Überraschung in Bayreuth: Der dänische Filmemacher Lars von Trier wird im Jahre 2006 nun doch nicht den "Ring der Nibelungen" inszenieren. Das Projekt - wiewohl schon ausgiebig vorbereitet - übersteige die Kräfte des Dogma-Regisseurs.


Regisseur von Trier: Kräfte überschätzt
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Regisseur von Trier: Kräfte überschätzt

Bayreuth - Mit "großem Bedauern" gab die Festspielleitung am Freitag bekannt, dass von Trier, 48, für die Inszenierung des "Ring der Nibelungen" im Jahre 2006 nicht mehr zur Verfügung steht. Seit 2001 laufen die Vorbereitungen für die Neu-Inszenierung durch den dänischen Filmemacher ("Dancer In The Dark"), Star-Dirigent Christian Thielemann hatte die musikalische Leitung übernommen. Die Entscheidung des Dänen kam für die Festspielleitung dementsprechend "völlig überraschend", wie es in einer Pressemitteilung heißt. In Bezug auf die Konzeption und Realisation der Aufführung bestehe "nach wie vor Übereinstimmung" zwischen Bayreuth und dem Kino-Künstler.

Die Gründe für die Entscheidung Lars von Triers lägen "ausschließlich in seiner persönlichen Erkenntnis, dass die Dimensionen und Anforderungen dieser 'Ring'-Version realistisch betrachtet seine Kräfte eindeutig übersteigen würden", so die Festspielleitung.

Von Trier habe sich seine Enscheidung nicht leicht gemacht, betonten die Festspiel-Organisatoren. Über zwei Jahre lang habe er bereits äußerst genau, mit praktischen Versuchen und detaillierten Skripten für Bühne und Licht gearbeitet. Es sei für ihn nicht einfach gewesen, "mit der zunehmenden Erkenntnis fertig zu werden, dass ihm sein Ziel unterreichbar erscheint". Aus "Fairness" der Festspielleitung gegenüber habe sich Trier jetzt zwei Jahre vor der Premiere zu einer Absage entschieden.

Die Festspielleitung wies darauf hin, dass die "wechselseitige menschliche Verbundenheit" zwischen Trier und Festspielleiter Wolfang Wagner aber bestehen bleibe. Die Suche nach einem neuen Regieteam soll bereits begonnen haben.



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