BBC-Features über Stars Denn sie wissen wohl, was sie tun

Brad Pitt und Nick Drake, Johnny Depp und James Dean, Val Kilmer und Marlon Brando: Die BBC plant Radiofeatures über die großen Stars der Popkultur - mit großen Stars der Popkultur.


Schauspieler Dean: Seinem Leben widmet sich eine Radio-Dokumentation
AP

Schauspieler Dean: Seinem Leben widmet sich eine Radio-Dokumentation

"Dieses Thema ist das Schwierigste, über das ich je geschrieben habe", bemerkte James Dean 1948 in einem Kurzporträt für die Highschool über sich selbst. Die Zeilen sind programmatisch: Dean galt Zeit seines Lebens als geheimnisvolles Genie, das an sich und seiner Umwelt litt. Sein früher Tod machte ihn endgültig zu einem Märtyrer der Popkulturgeschichte.

Johnny Depp hat vermutlich ein Faible für solche Figuren: Wie Dean gilt er als Schauspielvirtuose, ein Star, der sowohl zum Posterboy als auch zum Kritikerliebling taugt. Dass Depp nicht nur auf der Leinwand das Exzentrische zu schätzen weiß, beweist seine Freundschaft mit dem so genialen wie selbstzerstörerischen Hunter S. Thompson. Dessen Beerdigung organisierte der Schauspieler dementsprechend eindrucksvoll: Die Asche Thompsons wurde von einer Kanone in Faustform in die Luft geschossen.

Depp und Dean - das muss den Programm-Machern bei der BBC als ideale Kombination erschienen sein. Der "Fluch der Karibik"-Star wird in einer einstündigen Radiodokumentation anlässlich des 50. Todestags von Dean die Hauptrolle übernehmen; gesendet wird am 27. September. "Johnny Depp beleuchtet die künstlerische Leidenschaft, die den Jungen aus dem entlegenen Indiana zu einer Ikone des 20. Jahrhunderts werden ließ", zitiert der "Guardian" die BBC.

Die Kombination Star von gestern, Star von heute könnte Schule machen: Im vergangenen Jahr hatte Brad Pitt den Singer-Songwriter Nick Drake für BBC2 porträtiert. Demnächst soll Val Kilmer auf den Spuren Marlon Brandos wandeln - ebenfalls in dokumentarischer Mission.

Ob die Leinwandstars auch im Hörfunk ihr Charisma entwickeln, muss sich noch zeigen; mediale Wirkungen potenzieren sich nicht zwangsläufig durch das Addieren von Stars. Im Falle von Paul McCartney stellt sich diese Frage erst gar nicht: Der Ex-Beatle wird persönlich für den Sender "auf eine intime Reise in seine Geschichte als Songwriter" gehen. Vielleicht das schwierigste Thema, über das er je geschrieben hat.



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