Beleidigte TV-Zuschauer Oliver Pocher erhält Schmäh-Preis

Niemand blamierte sich vor den deutschen TV-Zuschauern so sehr wie Oliver Pocher. Für einen fragwürdigen Auftritt nach der Fußball-EM erhielt der Komiker den "Preis der beleidigten Zuschauer" - und verwies damit Elton und den Möchtegern-Sender 9Live auf die Plätze.


Hamburg - Ob er sich diesen Preis an die Wand hängen wird, ist fraglich: Für seine Veräppelung spanischer Fußballfans hat der Komiker Oliver Pocher den "Preis der beleidigten Zuschauer" erhalten. Dies gab am Montag der Kölner Verleger Augustus Hofmann bekannt, der die undotierte Auszeichnung alljährlich vergibt.

Oliver Pocher mit Torjäger Lukas Podolski: Preis für peinlichen Patzer
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Oliver Pocher mit Torjäger Lukas Podolski: Preis für peinlichen Patzer

Der Preis ehrt peinliche Pannen und Patzer im TV. Pocher erhielt die Trophäe für seinen Auftritt bei der Feier der deutschen Nationalmannschaft nach der Europameisterschaft 2008 am Brandenburger Tor.

Pocher hatte während der Veranstaltung ein T-Shirt mit der Aufschrift "So geh'n die Deutschen" getragen und den Spruch auch ins Publikum gebrüllt. Dann vollführte er einen gebückten Rumpelstilzchen-Tanz und sang dazu die Zeile "Und wie geh'n denn die Spanier".

ProSieben-Komiker Elton landete auf dem zweiten Platz für einen gewagten Hitler-Vergleich. Nach dem EM-Spiel gegen Frankreich hatten niederländische Spieler ihre Kinder auf den Arm genommen - darauf spottete Elton in der ZDF-Sendung "Nachgetreten": "Hitler hat auch Kinder auf den Arm genommen."

Besonderes Pech hatte eine Zuschauerin beim Privatsender 9Live. Ihr Versuch, den Jackpot zu knacken, war von vornherein zum Scheitern verurteilt. Um 13.700 Euro Preisgeld gewinnen zu können, hätten ihr Geburtstag und ein abgerissenes Kalenderblatt übereinstimmen müssen. Dies aber zeigte den 31. Juni - ein Datum, das es gar nicht gibt. Ziemlich dreist, befanden auch die Zuschauer und vergaben an 9Live den dritten Platz.

Insgesamt hatten rund 148.000 Menschen online beim "Preis der beleidigten Zuschauer" abgestimmt. Eine elfköpfige Jury hatte zuvor aus 13.500 Vorschlägen die Nominierten ermittelt, darunter befanden sich auch ARD-Sportguru Günther Netzer, Kanzlerin Angela Merkel, Thomas Gottschalk oder ARD-Moderator Jörg Pilawa.

ber/dpa



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