Berliner Institution Der KitKat Club muss schließen

Weil die Räume gekündigt wurden, muss der weltberühmte Fetischklub KitKat offenbar schließen, berichten Berliner Zeitungen. Im Sommer 2020 könnte Schluss sein.
Muss im Sommer ausziehen: das KitKat in Berlin

Muss im Sommer ausziehen: das KitKat in Berlin

Foto: picture alliance

Die Bar25 ist weg, das King Size auch, das Stadtbad Wedding sowieso: In Berlin sterben seit Jahren Klubs. Partygänger, die sich gern freizügig kleiden und auf den Fetisch-Partys im KitKat feiern, müssen sich nun wappnen: Dem KitKat und dem SageClub, die sich die Räumlichkeiten in einem Gebäude in Berlin teilen, droht das Aus. Beiden Klubs wurden die Räume gekündigt. Das sagte der Geschäftsführer der Clubcommission Lukas Drevenstedt der "Berliner Zeitung".

Demnach sollen die beiden Klubs das Gebäude im Juni 2020 verlassen. Drevenstedt sagte allerdings, dass noch nicht klar sei, was mit dem Areal anschließend geschehe. Trotz Kündigung gebe es noch Hoffnung, dass man sich zusammenfinde.

KitKat und SageClub zählen in Berlin zu den gefragtesten Institutionen des Nachtlebens. Vor allem das KitKat ist wegen der freizügigen Outfits seiner Partygäste bekannt - und wegen der Fetisch-Partys, die dort regelmäßig stattfinden. Dass die beiden legendären Discos weichen müssen, sorgte bereits im Internet für Unmut.

In den vergangenen Jahren hatte die Clubcommission, ein Zusammenschluss von 250 Berliner Klubbetreibern und Veranstaltern, einige Klubs schließen müssen - weil Investoren andere Pläne mit den Räumen hatten oder die Klubs zu viel Lärm verursachten.

Mehr gesetzlicher Schutz für Klubs

Im vergangenen Jahr geriet das KitKat in die Schlagzeilen, weil nach dem Besuch des Klubs ein Gast an einer bakteriellen Hirnhautentzündung erkrankt war. Die restlichen Klubbesucher waren daraufhin dazu aufgerufen worden, unverzüglich zum Arzt zu gehen. Dem Landesamt für Gesundheit und Soziales Berlin (Lageso) waren daraufhin allerdings keine weiteren Erkrankungen oder Verdachtsfälle bekannt geworden.

Erst vor wenigen Wochen ging aus einem Antrag der Bundestagsfraktion der Grünen der Vorschlag hervor, Klubs und anderen Spielstätten für Livemusik besonderen gesetzlichen Schutz zu gewähren. Klubs seien Kultureinrichtungen und müssten auch als solche behandelt werden, heißt es darin. Dazu gehöre ein mietrechtlicher Schutz.

Die Grünen bemängeln, bislang würden Klubs baurechtlich mit Bordellen und Spielhallen gleichgestellt. Der Staat müsse schützend Szenarien verhindern, die ein Klubsterben zur Folge hätten. Besonders in Großstädten haben viele Musikklubs mit Mieterhöhungen sowie Klagen von Anwohnern gegen Lärmbelastungen zu kämpfen.

evh
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