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20. September 2018, 23:48 Uhr

Kunstevent "DAU"

In Berlin darf keine Mauer gebaut werden

Vier Wochen lang sollte ein Gebäudekomplex mitten in Berlin mit einer Betonmauer abgeriegelt werden, um dahinter ein diktatorisches System erlebbar zu machen. Doch nun muss das Mega-Kunstprojekt abgesagt werden.

Das umstrittene Kunstprojekt "DAU" in Berlin muss abgesagt werden: Die Veranstalter bekommen nach dpa-Informationen keine Genehmigung, weil den Behörden die Zeit für die notwendigen Sicherheitsprüfungen zu kurz ist. Am Freitag wollen demnach Verkehrssenatorin Regine Günther und Bezirksstadträtin Sabine Weißler die Entscheidung bekanntgeben. Zuvor hatte der Berliner "Tagesspiegel" darüber berichtet.

Bei dem Projekt des russischen Filmemachers Ilya Khrzhanovsky sollte vom 12. Oktober an vier Wochen lang ein ganzes Straßenkarree in Berlin-Mitte mit einer Betonmauer abgeriegelt werden. Besucher sollten vorgebliche Visa kaufen, um hinter der Mauer eine andere, fiktive Welt zu erleben, wie die Veranstalter ankündigten. Kern des Kunstprojektes sollte ein Film des Regisseurs über den sowjetischen Physiker und Nobelpreisträger Lew Dawidowitsch Landau (1908-1968) sein. "DAU" im Titel des Kunstprojekts steht kurz für Landau.

Um das Projekt war eine Debatte entbrannt: Vergangene Woche hatten sich Schauspieler und andere Kulturschaffende in einer gemeinsamen Erklärung hinter das Vorhaben gestellt. Die Mauer sei keine platte Nachahmung, sondern ein Symbol für eine auch gegenwärtige, reale Gefahr. Zu den Unterzeichnern gehörten die Schauspieler Lars Eidinger, Iris Berben, Tom Schilling und Veronica Ferres.

Unter dem Motto "Wir wollen keine Mauer mehr sehen!" hatten andere Prominente in einem Brief gegen das Projekt am Berliner Boulevard Unter den Linden protestiert. Zu den Unterzeichnern dieses Briefs gehören etwa Filmproduzentin Regina Ziegler, Dirigent Christian Thielemann, Journalistin Wibke Bruhns und die frühere Stasiunterlagen-Beauftragte Marianne Birthler. Mit federführend war Lea Rosh, die Initiatorin des Holocaust-Mahnmals.

aar/dpa

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