Spielzeit-Auftakt in Gefahr Sprinkleranlage setzt Berliner Ensemble unter Wasser

Eine Sprinkleranlage hat im Berliner Ensemble für enormen Schaden gesorgt. Das Wasser hat Technik und Dekoration des Theaters beschädigt, der Schaden soll Hundertausende Euro betragen. Jetzt steht der Saisonstart auf der Kippe.
Berliner Ensemble: 80.000 Liter Wasser über Dekoration, Flügel, Samtvorhang

Berliner Ensemble: 80.000 Liter Wasser über Dekoration, Flügel, Samtvorhang

Foto: imago

Berlin - Enormer Schaden im Berliner Ensemble: Bei Reparaturarbeiten in dem berühmten Theater in hat eine Sprinkleranlage einen großen Teil der Bühne und der Technik unter Wasser gesetzt. Der Schaden gehe in die "Hunderttausende", teilte das von Claus Peymann geleitete Theater mit. Der Wasserschaden sei "eine wahre Katastrophe" - denn jetzt sei sogar der Auftakt der kommenden Spielzeit Ende August in Gefahr.

Wie ein Mitarbeiter des Theaters in Berlin-Mitte sagte, hatten sich bereits am Dienstag mehr als 80.000 Liter Wasser über Dekorationen, einen teuren Steinway-Flügel, einen roten Samtvorhang aus der "Dreigroschenoper" sowie über die Bühnenmaschinerie ergossen. Beschädigt wurden dabei auch die Tontechnik und dutzende Scheinwerfer. Der historische Zuschauerraum sowie die Magazine und die Vorbühne sind nicht beschädigt worden. Das Haus hat den Angaben zufolge keinen Strom mehr und wird derzeit aus Notaggregaten versorgt.

Arbeiten mit einer Säge lösten Funkenflug aus

Ein Handwerker hatte mit einer Flex-Säge im Theater gearbeitet und die Tür zum oberen Bühnenhaus nicht geschlossen. Durch Funkenflug sei daraufhin die Löschanlage ausgelöst worden.

In seiner Mitteilung drückte das Ensemble seine Hoffnung aus, den Beginn der neuen Spielzeit Ende August und die Premiere von Leander Haußmanns "Woyzeck"-Inszenierung am 6. September doch noch zu ermöglichen. Außerdem ist für den 1. August die Premiere von Rolf Hochhuths Stück "Sommer 14" angesetzt.

Wasserschäden legen immer wieder Theater lahm. Im November 2013 hatte sich am Großen Haus des Landestheaters Coburg nach einem Defekt die Sprinkleranlage eingeschaltet und den Bühnenbereich überflutet. Das historische Haus blieb wochenlang geschlossen. 2005 löste ein Fehlalarm die Sprinkleranlage in den Münchner Kammerspielen aus, woraufhin sich 6000 Liter Wasser in das Theater ergossen.

mxw/dpa