Berliner Filmmuseum Promis feierten Marlenes Heimkehr

Das neue Filmmuseum am Potsdamer Platz feiert 100 Jahre deutsche Filmgeschichte. Zur Eröffnung sorgten Stars, Regisseure und Schauspieler für den nötigen Glamour.


Galionsfigur der deutschen Filmgeschichte: Marlene Dietrich
Foto: Siesing

Galionsfigur der deutschen Filmgeschichte: Marlene Dietrich

Berlin - Schauspieler, Regisseure und Filmfreunde haben am Dienstagabend die Eröffnung des ersten Berliner Filmmuseums gefeiert. Das Museum am Potsdamer Platz zeigt 100 Jahre Filmgeschichte, im Mittelpunkt stehen dabei Leben und Werk von Marlene Dietrich (1901- 1992). Marlene Dietrich sei nun endlich wieder zu Hause, stellte ihre aus den USA angereiste Tochter Maria Riva fest. "Ihr Koffer ist wieder in Berlin", sagte die 76-Jährige strahlend. "Es ist ein herrliches Museum, ich liebe es."

An der feierlichen Eröffnung nahmen auch Regisseur Roman Polanski ("Tanz der Vampire"), die Witwen von Ernst Lubitsch und Heinz Rühmann sowie Schauspieler Horst Buchholz teil. "Lola-rennt"-Star Franka Potente fand es schlicht "gut", dass sie als wohl jüngste Schauspielerin im Filmmuseum verewigt ist. "Ein Filmmuseum darf in einer Stadt wie Berlin nicht fehlen": Heinz Rühmanns Witwe Hertha war beeindruckt von der modernen Architektur des Museums im Sony-Center. Ihr liebstes Ausstellungsstück sei natürlich Rühmanns Uniform aus dem "Hauptmann von Köpenick".

Glanzstück: Marlenes "Schwanenmantel"
Foto: Siesing

Glanzstück: Marlenes "Schwanenmantel"

Kulturstaatsminister Michael Naumann betonte, das Museum führe vor Augen, dass Filmgeschichte immer auch Zeitgeschichte sei, gerade in Deutschland. Das Haus habe einen prominenten und zentralen Platz gefunden. Er rechne wegen der ganz besonderen Atmosphäre des Museums mitten auf dem Potsdamer Platz mit hohen Besucherzahlen.

Das Filmmuseum dokumentiert 100 Jahre deutsche Filmgeschichte von den Stummfilm-Zeiten bis zur Gegenwart. Götz Georges "Schimanski"- Jacke ist ebenso ausgestellt wie Klaus Kinskis "Nosferatu"-Maske und Franka Potentes "Lola-rennt"-Kostüm samt roter Perücke.

Herzstück der Ausstellung mit insgesamt 1500 Exponaten sind die Schätze aus dem Nachlass von Marlene Dietrich, die erstmals in diesem Umfang gezeigt werden. Filmausschnitte, Kostüme und Drehbücher sind ebenso zu sehen wie private Liebesbriefe und Marlenes US- Uniform, in der sie 1944 und 1945 amerikanische Truppen in Europa und Afrika betreute.

Unentbehrlich: Roboterfigur aus Fritz Langs "Metropolis"
Foto: Siesing

Unentbehrlich: Roboterfigur aus Fritz Langs "Metropolis"

Im Besitz des Filmmuseums der Deutschen Kinemathek sind 300 Nachlässe von Schauspielern und Regisseuren. Darunter sind Kostüme, Briefe, Drehbücher und persönliche Gegenstände unter anderem von Fritz Lang, Asta Nielsen, Henny Porten, Emil Jannings und Ernst Lubitsch. Dazu kommen rund 9000 Stumm- und Tonfilme, 30.000 Drehbücher, 20.000 Filmplakate und mehr als eine Million Filmfotos.



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