Berliner Hauptbahnhof Architekt Gerkan hofft auf Kompromiss

In erster Instanz hat Meinhard von Gerkan im Rechtsstreit mit der Bahn Recht bekommen. Doch der Architekt des Berliner Hauptbahnhofs will nicht mehr streiten und strebt deshalb einen Kompromiss an.


Hamburg - "Es geht nicht um einen Streit um des Streites willen, sondern darum, bei einem so bedeutenden Bauwerk das Beste daraus zu machen", sagte Gerkan dem "Tagesspiegel". Er hatte gegen die Bahn geklagt, weil sie sein Urheberrecht am Entwurf des Hauptbahnhofs durch den Einbau einer simplen Flachdecke verletzt hatte. Ursprünglich vorgesehen war eine Gewölbekonstruktion. Nach dem gewonnenen Rechtsstreit versucht Gerkan jetzt, einen Kompromiss zu finden.

Berliner Hauptbahnhof: Das Beste daraus machen
DDP

Berliner Hauptbahnhof: Das Beste daraus machen

Die Behauptung der Bahn, der Umbau würde drei Jahre lang den Bahnverkehr behindern, nannte er ein "Schreckensszenario". Er gab die Kosten des Rückbaus der Flachdecke mit "unter 20 Millionen Euro" an und versicherte, dass die Baumaßnahmen ohne Störung des Bahnbetriebs durchführbar seien. Ein realistischer Kompromiss könnte darin bestehen, das urheberrechtlich anerkannte Gewölbe auf der Zwischenebene herzustellen, die von den meisten Fahrgästen gesehen wird, schreibt die Zeitung weiter. Zugleich aber müsste das für das Erscheinungsbild des Bauwerks entscheidende Glasdach mit seinen bereits vorhandenen Bauteilen auf die volle Länge gebracht werden.

Gerkan betonte, dass ihm die - nicht vor Gericht verhandelte - Verlängerung des Glasdachs auf die ursprünglich geplante Länge von 430 Meter am Herzen liege. Die Bauteile für die Verlängerung seien bereits geliefert worden und lagerten in Berlin. Ob sie bereits bezahlt worden seien, werde Gegenstand einer Sitzung des Haushaltsausschusses des Bundestags sein, zu der Mehdorn für den 17. Januar geladen ist. Ebenso soll Mehdorn erklären, warum das verkürzte Dach teurer ausgefallen ist, als das ursprünglich geplante lange Dach gekostet hätte.

bri/ddp



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