Zeitungskrise Berliner Verlag streicht bis zu 88 Stellen

Auf die Insolvenz der "Frankfurter Rundschau" folgt der Personalabbau: Die Geschäftsführung des Verlags, in dem auch die "Berliner Zeitung" und der "Berliner Kurier" erscheinen, hat am Donnerstag Details zum geplanten Sparprogramm bekanntgegeben.

Verlagsgebäude des Berliner Verlags: Am Donnerstag verkündete die Geschäftsführung Details zum Personalabbau
dapd

Verlagsgebäude des Berliner Verlags: Am Donnerstag verkündete die Geschäftsführung Details zum Personalabbau


Hamburg/Berlin - Der Berliner Verlag steht vor dem Rutsch in die roten Zahlen und will bis zu 88 Stellen streichen. Davon sollen 40 in jedem Fall wegfallen, sagte Franz Sommerfeld, Verlagsvorstand im Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg in Berlin. Dem Kölner Verlagshaus gehören unter anderem die "Berliner Zeitung", das Boulevardblatt "Berliner Kurier" sowie mehrheitlich die in Kooperation erscheinende "Frankfurter Rundschau". Die "Rundschau", an der auch die SPD-Medienholding DDVG beteiligt ist, hatte Mitte November Insolvenz angemeldet.

Dass die "Rundschau"-Pleite auch in Berlin zu Personalabbau führe, hatte der Verlag schon eine Woche nach dem Insolvenzantrag bekanntgegeben und den Beschäftigten ein "freiwilliges Abfindungsmodell" angeboten. Am Donnerstagvormittag nun riefen die Geschäftsführer Michael Braun und Stefan Hilscher alle Mitarbeiter zusammen, um ihnen das anstehende Sparprogramm zu verkünden. Wie die Website Meedia berichtet, sollen 13 Stellen beim "Berliner Kurier" wegfallen sowie 27 Stellen in der Verlagsverwaltung. In dem Autorenpool, der die "Berliner Zeitung", die "Frankfurter Rundschau" sowie weitere DuMont-Zeitungen bestückt, könnte 14 von 27 Redakteuren gekündigt werden.

Die Redaktion der "Berliner Zeitung" soll im schlimmsten Falle auf 48 Stellen verzichten müssen. Wie viele es tatsächlich werden, hängt von der weiteren Entwicklung der "Frankfurter Rundschau" ab, deren überregionaler Mantelteil bei der "Berliner Zeitung" entsteht. Derzeit verhandelt der Insolvenzverwalter mit möglichen Interessenten über eine Zukunft der Frankfurter Traditionszeitung. Sollte dafür weitere Zuarbeit aus Berlin nötig sein, könnte zumindest ein Teil der dort bedrohten Stellen gerettet werden.

twi/dpa

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