Bernsteinzimmer Restauriertes Weltwunder

Am Samstag wird das Steinmosaik des legendären Bernsteinzimmers an Moskau zurückgegeben. Dort ist die Vorfreude groß: Das Kunstwerk soll der Rekonstruktion des barocken Prunkkabinetts zu neuem Glanz verhelfen.


Wenn Kulturstaatsminister Michael Naumann und Bremens Bürgermeister Henning Scherf diesen Donnerstag mit dem kostbaren Mosaik nach Russland reisen, kehrt das Kunstwerk an seinen angestammten Platz im Katharinenpalast bei St. Petersburg zurück. Bei der Übergabe wird auch Präsident Putin anwesend sein.

Ein Besucher betrachtet die Wandfläche des rekonstruierten Bernsteinzimmers
DPA

Ein Besucher betrachtet die Wandfläche des rekonstruierten Bernsteinzimmers

Alexander Krylow, Chef-Restaurator der Bernstein-Werkstatt, in der seit vielen Jahren das in den Kriegswirren verschollene barocke Prunkkabinett neu entsteht, freut sich auch noch aus einem ganz anderen Grund.

"Endlich", so meint der russische Experte, "können sich alle von der Qualität unserer Arbeit und der Begabung unserer Leute überzeugen." Sein Team, das sich um die Restaurierung der Zarenschlösser von Zarskoje Selo kümmert, hat nach alten Vorlagen und aus bunten sibirischen Halbedelsteinen eine täuschend ähnliche Doublette des vermissten Mosaiks geschaffen, das 1997 völlig überraschend in Bremen aufgetaucht war.

Nach Anbringung des Mosaiks werden die Zuschauer eine komplett rekonstruierte Wand des verschollenen und 1945 zuletzt in Königsberg gesehenen "achten Weltwunders" bewundern können. Ergänzt wird das Gesamtkunstwerk dann auch von einer vor drei Jahren in Deutschland aufgetauchten Kommode, die Naumann als kostbares "Zubehör" des Bernsteinkabinetts ebenfalls nach Russland bringt.

"Vielleicht wird das Bernsteinzimmer sogar viel schöner, als es zuletzt gewesen ist", meinte Burkhardt Göres, Direktor der Schlösser von der Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, jüngst bei einem Besuch in Moskau. Immerhin war das 1716 von Preußen dem Zaren Peter I. geschenkte Original vom Zahn der Zeit deutlich angenagt, bevor es deutsche Landser 1941 abmontierten und nach Westen verschleppten.



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