Türkischer Premier in Oberhausen AKP verweigert "taz"-Reporter offenbar den Zugang

Ein Reporter der "taz" war für die Rede des türkischen Ministerpräsidenten Yildirim in Oberhausen akkreditiert. Doch der AKP-Sicherheitsdienst verwehrte ihm nach Angaben der Zeitung den Zutritt zum Saal.
Besucher des Yildrim-Auftritts in Oberhausen

Besucher des Yildrim-Auftritts in Oberhausen

Foto: SASCHA SCHUERMANN/ AFP

Trotz Akkreditierung verweigerte der Sicherheitsdienst der AKP bei einer Parteiveranstaltung in Oberhausen einem Reporter der Tageszeitung "taz" den Zutritt zum Saal. Begründet wurde dies mit Sicherheitserwägungen und einer angeblichen Absprache mit der Polizei. Die dementierte eine solche Absprache gegenüber der "taz" jedoch.

Katrin Gottschalk aus der "taz"-Chefredaktion sagte, die Zurückweisung des Reporters verströme "den Geruch einer politischen Maßregelung". Eine solche Behinderung journalistischer Arbeit sei "nicht akzeptabel, weder in der Türkei noch in Deutschland".

Die Tageszeitung "Welt" hatte zuvor bekannt gegeben, dass sich ihr Türkei-Korrespondent, der frühere "taz"-Mitarbeiter Deniz Yücel, seit Dienstag in Polizeigewahrsam befindet. Yücel, der die deutsche und die türkische Staatsbürgerschaft besitzt, hatte sich selbst in das Polizeipräsidium in Istanbul begeben, um Fragen der Ermittler zu beantworten. Die Behörden werfen ihm Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung, Terrorpropaganda und Datenmissbrauch vor. Yücel hatte, wie andere Reporter auch, im Oktober über E-Mails geschrieben, die das türkische Hacker-Kollektiv Redhack aus dem privaten Mailkonto von Energieminister Berat Albayrak, dem Schwiegersohn von Präsident Recep Tayyip Erdogan, beschafft hatte.

Die Polizei bestreitet eine Absprache mit dem AKP-Sicherheitsdienst

Die Polizei bestreitet eine Absprache mit dem AKP-Sicherheitsdienst

Foto: WOLFGANG RATTAY/ REUTERS

Nach dem Auswärtigen Amt hat auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ein rechtsstaatliches Verfahren für Yücel gefordert. Bei einem Treffen mit Yildirim am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz am Samstagmorgen habe die Kanzlerin den Fall "ausführlich angesprochen", teilte Regierungssprecher Steffen Seibert mit.

"Auch Vertreter der AKP müssen damit leben lernen, dass Journalisten ihre Aufgaben, Fakten zu berichten und Meinungen zu hinterfragen, nicht zwangsläufig zum Gefallen des Berichtsgegenstandes erfüllen", sagte die stellvertretende "taz"-Chefredakteurin Gottschalk.

Via Twitter meldete auch der türkischsprachige Dienst Özgürüz des Essener Rechercheunternehmens Correctiv, seine Reporter seien offenbar nicht eingelassen worden. Zudem beklagte die Reporterin des Redaktionsnetzwerks Deutschland, dass ihrem Übersetzer der Zutritt zur Halle verwehrt worden sei.

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