"Boston Globe" Gewerkschaft genehmigt Sparpaket

Rettung in Sicht beim angeschlagenen "Boston Globe": Die größte Gewerkschaft der US-Zeitung hat im zweiten Anlauf Plänen des Verlages zugestimmt, die Einsparungen von zehn Millionen Dollar bringen sollen. Ein Verkauf des Traditionsblatts wird damit wahrscheinlicher.


Boston - Das wirtschaftliche Aus des 137 Jahre alten "Boston Globe" scheint vorerst abgewendet zu sein. Wie die US-Zeitung am Montag auf ihrer Website berichtete, hat die größte Gewerkschaft jetzt doch noch den dringend notwendigen Kostenreduzierungen zugestimmt und damit eine Schließung verhindert.

Traditionszeitung "Boston Globe": Diese Schlagzeile könnte bald der Vergangenheit angehören

Traditionszeitung "Boston Globe": Diese Schlagzeile könnte bald der Vergangenheit angehören

Die Einigung geht zu Lasten der Belegschaft, die Einschnitte bei Gehalt und Sonderbezügen hinnehmen muss. Insgesamt soll die angeschlagene Traditionszeitung durch die vereinbarten Maßnahmen rund zehn Millionen Dollar jährlich einsparen.

Im aktuellen Sparpaket fallen die Gehaltskürzungen jedoch geringer aus als zuletzt vorgesehen. Einen Vorschlag vor etwa einem Monat hatte die Boston Newspaper Guild, eine von sechs Gewerkschaften beim "Globe", als unzureichend bezeichnet und abgelehnt. Seinerzeit hatten gerade mal zwölf Stimmen den Ausschlag gegeben. Die jetzige Entscheidung fiel mit einer deutlichen Mehrheit von 366 zu 179 Stimmen aus.

Der "Boston Globe" gehört zum Medienkonzern der "New York Times". Nach den gescheiterten Gesprächen im vergangenen Monat hatte der Verlag Reduzierungen von 23 Prozent angekündigt und zum wiederholten Mal mit der Schließung des Traditionsblatts gedroht.

Gleichzeitig macht die Einigung den Weg frei für einen Verkauf der Zeitung, der nach den Querelen der vergangenen Monate unwahrscheinlicher geworden war. "Wir hoffen, nun mit möglichen Käufern zusammenarbeiten zu können, damit der 'Boston Globe' auch in Zukunft guten Journalismus machen und die Meinungsfreiheit beschützen kann", sagte Gewerkschaftschef Dan Totten.

Der Times-Konzern hatte den "Globe" 1994 für 1,1 Milliarden Dollar übernommen - bis heute die höchste Summe, die je für eine amerikanische Zeitung gezahlt wurde. Im ersten Quartal 2009 machte die Times-Gruppe einen Verlust von 74,5 Millionen Dollar.

can/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.