Pädophilie-Skandal Konservative drohen BBC Gebührenkürzung an

Die britischen Konservativen knöpfen sich die BBC vor. Falls der Sender nicht aus den Skandalen lernt und die angeblich zu einseitige Berichterstattung ändert, könnten die Gebührenbezüge gekürzt werden.

Getty Images


London - Unverhohlene Drohung gegen eine britische Institution: Grant Shapps, Chairman der britischen Konservativen (ein Amt, das etwa dem hiesigen Generalsekretär entspricht), hat in einem Interview mit der Zeitung "The Telegraph" laut darüber nachgedacht, der BBC ab 2016 einen Teil der Gebührengelder zu entziehen, falls sie nicht Konsequenzen aus den Skandalen der jüngsten Zeit zieht.

Wie "The Telegraph" berichtet, sei dieser harsche Vorstoß in Absprache mit der konservativen britischen Regierung erfolgt. Bisher erhält die BBC 145,50 Pfund (etwa 170 Euro) von jedem Haushalt, in dem sich ein TV-Gerät befindet - insgesamt sind das etwa 3,6 Milliarden Pfund (etwa 4,2 Milliarden Euro). Wie Shapps sagte, würde die Regierung erwägen, ob es dabei bleiben soll, dass die BBC die gesamten Gebühren erhält, wenn die Rechtsgrundlage dafür zum Jahr 2016 ausläuft.

Die Konservativen stören sich an der in ihren Augen einseitigen Berichterstattung der Rundfunkanstalt, zudem habe man bisher unzureichend auf die Pädophilie-Skandale etwa um die beiden Ex-Starmoderatoren Jimmy Savile und Stuart Hall reagiert. Britischen Ermittlungsbehörden zufolge sind mindestens 20 ehemalige oder aktuelle BBC-Mitarbeiter verdächtig, sexuelle Straftaten gegen Minderjährige begangen zu haben.

kuz



insgesamt 31 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
syracusa 27.10.2013
1.
Zitat von sysopGetty ImagesDie britischen Konservativen knöpfen sich die BBC vor. Falls der Sender nicht aus den Skandalen lernt und die angeblich zu einseitige Berichterstattung ändert, könnten die Gebührenbezüge gekürzt werden. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/britische-konservative-drohen-bbc-mit-gebuehrenentzug-a-930249.html
Wie gut, dass bei uns solche Erpressungsversuche nicht möglich sind. Als die BBC Blairs und Bushs Märchen von den irakischen Massenvernichtungswaffen bezweifelte, wurde ihr nicht nur verbal gedroht, sondern wurden tatsächlich massive Umstrukturierungsmaßnahmen erzwungen, von denen die BBC sich bis heute nicht erholt hat. Leider ist die BBC nicht mehr der mediale Leuchtturm, der sie bis in die 1980er Jahre hinein gewesen war. Die fehlende Unabhängigkeit vom Staat und insbesondere von der Regierung hat ihr den Garaus gemacht.
Aron2201Sperber 27.10.2013
2. Was bedeutet Pressefreiheit
Pressefreiheit bedeutet, dass der Staat nicht willkürlich Medien verbieten dürfe (wie z.B. in Venezuela), und nicht dass er selbst welche betreiben müsse. Was bedeutet Pressefreiheit? | Aron Sperber (http://aron2201sperber.wordpress.com/2013/06/13/was-bedeutet-pressefreiheit/) Das öffentliche Radio und Fernsehen gehört sich selbst (also der Gewerkschaft), ist allerdings von der Politik abhängiger als alle anderen privaten Medien (auch wenn die Abhängigkeit wechselseitig ist).
Namal 27.10.2013
3.
Zitat von syracusaWie gut, dass bei uns solche Erpressungsversuche nicht möglich sind. Als die BBC Blairs und Bushs Märchen von den irakischen Massenvernichtungswaffen bezweifelte, wurde ihr nicht nur verbal gedroht, sondern wurden tatsächlich massive Umstrukturierungsmaßnahmen erzwungen, von denen die BBC sich bis heute nicht erholt hat. Leider ist die BBC nicht mehr der mediale Leuchtturm, der sie bis in die 1980er Jahre hinein gewesen war. Die fehlende Unabhängigkeit vom Staat und insbesondere von der Regierung hat ihr den Garaus gemacht.
Solche Erpressungsversuche sind nicht möglich, weil die Sender den Parteien gehören.
yournightmare 27.10.2013
4.
Wie ich sehe ist der Abbau der Demokratie nichts, was nur in Deutschland praktiziert wird. England scheint hier Deutschland Konkurrenz machen zu wollen.
c218605 27.10.2013
5. BBC World gleich mit ausmisten!
Zitat von sysopGetty ImagesDie britischen Konservativen knöpfen sich die BBC vor. Falls der Sender nicht aus den Skandalen lernt und die angeblich zu einseitige Berichterstattung ändert, könnten die Gebührenbezüge gekürzt werden. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/britische-konservative-drohen-bbc-mit-gebuehrenentzug-a-930249.html
Lucy Williamson interviewt oft opfer von gewalttaten, aber regelmaessig wird deren psychische ausnahmesituation, d.h. deren beduerfnis sich in der agitation mitzuteilen, von ihr in schon sadistischer weise ueberhoeht. so fragt sie einen fluechtling aus Libyen, der vier seiner freunde leute erhaengt sah: "Have they been dead?". und der mann antwortet verzweifelt: "of course they'd been dead!" Lucy Williamson ungeruehrt weiter mit ihrer standardphrase "What did you feel..." als hoerer fuehle ich mich immer so sich entsetzlich mit ausgeliefert.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.