Wiener Bühne Karin Bergmann als Burgtheater-Chefin bestätigt

Neuanfang nach Finanzskandal: Karin Bergmann, bisherige Interimsintendantin, wird das Wiener Burgtheater auch weiter führen. Ihr Vorgänger Matthias Hartmann war wegen Misswirtschaft entlassen worden.

Karin Bergmann bleibt Burgtheater-Chefin
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Karin Bergmann bleibt Burgtheater-Chefin


Wien - Bisher leitete sie die Bühne nur übergangsweise, jetzt ist Karin Bergmann als Chefin des Wiener Burgtheaters bestätigt worden. Das teilte Österreichs Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) mit. Die 61-Jährige Deutsche war im März als Interimsnachfolgerin des Intendanten Matthias Hartmann installiert worden, um nach der Finanz- und Vertrauenskrise für eine Beruhigung zu sorgen. Um den zum 1. September 2016 ausgeschriebenen Intendantenposten hatten sich 21 Frauen und Männer beworben.

Wie verschiedene österreichische Medien melden, soll die Leitung der renommiertesten Bühne Österreichs 2019 neu ausgeschrieben werden. Da in diesem Jahr einige Verträge von Bühnenchefs im deutschsprachigen Raum auslaufen, erhoffe man sich dann einen hochkarätigen Bewerberkreis.

Am Burgtheater konnte Bergmann bereits auf eine 20 Jahre währende Karriere in verschiedenen Funktionen zurückblicken, bevor sie für die Hartmann-Nachfolge aus dem Ruhestand geholt worden war. Ende April hatte Bergmann bereits einräumen müssen, dass der Bilanzverlust der Bühne für die Spielzeit 2012/13 noch höher ausfällt als vorher bekannt. Zu den erwarteten 8,6 Millionen Euro komme eine Risikovorsorge von rund elf Millionen Euro. In dieser Risikovorsorge seien auch die drohenden Steuernachzahlungen und die Beträge für die Entschädigungsklage des entlassenen Intendanten Matthias Hartmann enthalten.

Hartmann war im März 2014 fristlos entlassen worden, weil es unter seiner Verantwortung zu finanziellen Unregelmäßigkeiten gekommen war. Er hatte nach ersten Meldungen über ein Millionenloch im Haushalt im vergangenen November bereits seine Co-Direktorin Silvia Stantejsky entlassen. Er sieht die Schuld nicht bei sich und wehrt sich juristisch gegen seine Kündigung.

kuz/dpa



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