Nach Anschlag Zeichner Luz verlässt "Charlie Hebdo"

"Jeder Redaktionsschluss ist Folter": Zeichner Luz wird das Satiremagazin "Charlie Hebdo" verlassen. Nach dem Anschlag sei es schwierig für ihn, über das Tagesgeschehen zu arbeiten.
Zeichner Renald Luzier, genannt Luz (Archiv): Jeder Redaktionsschluss wie Folter

Zeichner Renald Luzier, genannt Luz (Archiv): Jeder Redaktionsschluss wie Folter

Foto: MARTIN BUREAU/ AFP

Viereinhalb Monate nach dem blutigen Anschlag auf das französische Satiremagazin "Charlie Hebdo" hat dessen Zeichner Luz seinen Rückzug aus der Redaktion angekündigt. "Das ist eine sehr persönliche Entscheidung", sagte er der französischen Zeitung "Libération".

Luz zeichnete das Titelbild der ersten Ausgabe nach dem Terror-Anschlag, das einen weinenden Propheten Mohammed zeigte.

Der Zeichner - mit bürgerlichem Namen Renald Luzier - will das Magazin im September verlassen. "Wenn ich abhaue, dann weil es schwierig für mich ist, über das Tagesgeschehen zu arbeiten", sagte er. Es fehlten Zeichner für die anstehende Arbeit. "Jeder Redaktionsschluss ist eine Folter, weil die anderen nicht mehr da sind."

Die Redaktion des Satiremagazins ringt nach Medienberichten derzeit um ihren künftigen Kurs und den Umgang mit den Millionen Euro, die nach dem Anschlag über zusätzliche Verkäufe und Spenden in die Kassen kamen. Redaktionschef Riss relativierte die Spannungen allerdings in der Zeitung "Le Monde": "Das Leben bei Charlie war noch nie ein langer ruhiger Fluss."

loe/dpa
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