US-Medienbranche "Chicago Sun-Times" entlässt alle Fotografen

Kahlschlag in der Bildredaktion der "Chicago Sun-Times": Die US-amerikanische Tageszeitung entlässt ihre Fotografen. Künftig sollen Reporter und freie Mitarbeiter Bilder zuliefern.

"Chicago Sun-Times": Künftig ohne Bildredaktion
AP

"Chicago Sun-Times": Künftig ohne Bildredaktion


Hamburg/Washington - Die US-Tageszeitung "The Chicago Sun-Times" will ihre Fotografen entlassen. Insgesamt würden rund 30 Journalisten ihre Arbeit verlieren, davon 20 fest angestellte, berichtete das lokale Wirtschaftsmagazin "Crain's Chicago Business" am Donnerstag.

Künftig sollen die Bilder vor allem von schreibenden Reportern oder von freien Fotografen kommen, berichtete das Wirtschaftsmagazin "Forbes".

Die Zeitung selbst bestätigte in einer Presseerklärung die Entlassungen und begründete sie mit Umstrukturierungsmaßnahmen. Die zuständige Gewerkschaft kündigte Widerstand an.

sha/dpa



insgesamt 16 Beiträge
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Seite 1
dwg 31.05.2013
1.
Zitat von sysopAFPKahlschlag in der Bildredaktion der "Chicago Sun-Times": die US-amerikanische Tageszeitung entlässt ihre Fotografen. Künftig sollen Reporter und freie Mitarbeiter Bilder zuliefern. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/chicago-sun-times-entlaesst-alle-fotografen-a-903126.html
Prima Idee! Die Auswirkungen kann man allerdings woanders auch schon bewundern. Da werden Artikel um Agenturmeldungen herum gedengelt und eine Bildunterschrift nach einem flüchtigen Blick auf das Bild erfunden oder gleich irgend eines dieser inflationär verwendeten Corbis Bildern benutzt - a la "Serviervorschlag". Also, nochmal: Klasse Idee, weiter so - wiedewitt, bumm, bumm.
spon-facebook-10000414607 31.05.2013
2. hmmm..
Ok, also 20 Fotografen (+10 Freiberufler) haben ihren Job verloren. Also das ist ja wirklich mal ein denkwürdiges und einschneidendes Ereignis in der Geschichte der Menschheit.
insidecanada 31.05.2013
3. Bitte nicht!
Nicht die Zahl zählt. Es ist die Message, die dahinter steht. Ob zwei oder 20 Pressefotografen, ob frei oder festangestellt – darum geht es hier doch nicht. Es geht um die Entwertung eines Berufsstandes, der hohes Ansehen verdient. Pressefotografen sind keine "Knipser", die mal kurz auf den Auslöser drücken. Es sind Männer und Frauen, die Herz, Verstand und manchmal sogar ihr Leben investieren, um gute Arbeit zu machen. Klar gibt es auch Wort-Redakteure, die gute Bilder machen. Genauso gibt es Fotografen, die gute Texte schreiben. Aber wollen wir unsere Zeitung wirklich von der eierlegenden Wollmilchsau? Ich nicht.
rheingucker 31.05.2013
4. Knipsen + tippen
Knipsen statt fotografieren, etwas zusammentippen statt recherchieren und schreiben. Hauptsache billig. Na gut, man könnte einwenden, der Journalismus macht eben einen Strukturwandel mit wie z.B. die Textilbranche (gab's mal in Deutschland, wirklich). Und dann gibt es eben statt Zeitungen auch nur noch Billig-Fähnchen. Aber egal sollte uns das nicht sein. Schaut doch mal, wieviel Schrott im Netz in Frageforen geschrieben wird. Sollen so dann auch die Nachrichten der Zukunft aussehen, schnell, billig und doof bis gefährlich falsch???
zynik 01.06.2013
5.
Zitat von sysopAFPKahlschlag in der Bildredaktion der "Chicago Sun-Times": die US-amerikanische Tageszeitung entlässt ihre Fotografen. Künftig sollen Reporter und freie Mitarbeiter Bilder zuliefern. http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/chicago-sun-times-entlaesst-alle-fotografen-a-903126.html
Hmm, ob da wohl wieder mal die kostenoptimierenden Unternehmensberater innovativ am Werk waren?
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