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Zerstörtes Atelier von Ai Weiwei: "Farewell"

Foto: JASON LEE/ REUTERS

China Ai Weiweis Atelier zerstört

Eine alte Halle war der Hauptarbeitsplatz Ai Weiweis in China. Nun ist das Studio des regierungskritischen Künstlers eingerissen worden. Nicht alle Kunstwerke konnte sein Team retten.

Das Studio von Ai Weiwei in Peking ist zerstört. Nach Angaben des regierungskritischen Künstlers ließen die Behörden das Gebäude ohne Vorwarnung einreißen. Auf Instagram veröffentlichte Ai Videos der Abrissarbeiten. Darauf ist zu sehen, wie Bagger das Zuoyou Studio zerstören. "Farewell", kommentierte der Künstler die Videos auf seinem Account .

Ai hatte das Studio im Norden Pekings 2006 gemietet. Zahlreiche seiner weltweit bekannten Kunstwerke entstanden in der Halle. Obwohl Ai seit einigen Jahren in Berlin im Exil lebt, nutzten er und sein Team das Atelier weiterhin. Nach Angaben von Assistenten des Künstlers konnten nicht alle Kunstwerke rechtzeitig aus der Halle geschafft werden. "Sie kamen und fingen an, die Fenster zu zerstören, ohne uns vorher zu warnen. Es waren noch so viele Sachen drinnen", sagte Ga Rang der Nachrichtenagentur AFP.

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Zerstörtes Atelier von Ai Weiwei: "Farewell"

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Ai ist der bekannteste zeitgenössische Künstler aus China. Einst schmückte sich das Regime mit ihm, er baute unter anderem das Olympia-Stadion "Vogelnest" in Peking mit. Als er sich zunehmend kritisch über die Führung in China äußerte, fiel er in Ungnade. 2011 wurde er wegen angeblicher Wirtschaftsvergehen auf dem Weg nach Hongkong von der Polizei festgenommen und saß 81 Tage in Einzelhaft, später stand er unter Hausarrest. Aus Ais Sicht waren die Vorwürfe politisch motiviert. Erst im Juli 2015 gaben ihm chinesische Behörden seinen Pass zurück.

Ob der Abriss der Halle eine gezielte Aktion gegen den Künstler war, war zunächst unklar. Chinesische Behörden haben im Rahmen einer Sicherheitsaktion im vergangenen Jahr zahlreiche Gebäude in den Vororten von Peking einreißen lassen - üblicherweise jedoch mit einigen Tagen Vorwarnung, hieß es in Medienberichten. Ai hätte das Atelier bald geschlossen, weil ein Mietvertrag ausgelaufen war, teilte sein Assistent mit.

brk/AFP
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