Aufarbeitung Wulff veröffentlicht Buch über Rücktrittsaffäre

"Ein Lehrstück, das nachdenklich macht": So kündigt ein Verlag das neue Buch von Christian Wulff an, Titel: "Ganz oben, ganz unten". Darin verarbeitet der Ex-Bundespräsident ausführlich seinen Rücktritt.

AP

Am Ende ging es nur noch um 720 Euro Hotel- und Bewirtungskosten: Ende Februar sprach das Landgericht Hannover Christian Wulff frei vom Vorwurf, als niedersächsischer Ministerpräsident Vorteile im Amt angenommen zu haben. Wegen der Anschuldigungen war Wulff am 17. Februar 2012 nach 598 Tagen als Bundespräsident zurückgetreten.

Während die Staatsanwaltschaft noch das schriftliche Urteil wegen einer möglichen Revision analysiert, leckt Christian Wulff seine Wunden - und tut das nun auch öffentlich: "Obwohl sich also vor Gericht auch der letzte gegen ihn erhobene Vorwurf als haltlos erwies", so heißt es in einem Ankündigungstext des Verlags C.H. Beck, "reichte die öffentliche Demütigung noch über den Tag des Freispruchs hinaus."

Der Verlagstext wirbt für das kurzfristig ins Programm genommene Buch "Ganz oben, ganz unten", das am 11. Juni 2014 von dem Münchner Verlag veröffentlicht wird. Auf 264 Seiten schildere darin Christian Wulff "aus seiner Sicht, wie die Affäre inszeniert wurde, was sich hinter den Kulissen abspielte und wie es sich anfühlt, derlei massiven Angriffen ausgesetzt zu sein".

Zwar benenne Wulff in dem Buch laut Verlagsankündigung auch eigene Fehler, aber grundsätzlich scheint das Werk des nun wieder als Rechtsanwalt arbeitenden Ex-Politikers eher einen unversöhnlichen Ton anzuschlagen: "Niemals zuvor haben die Medien unseres Landes einen Politiker in solcher Weise verfolgt", heißt es in dem Werbetext.

feb

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