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Kunstprojekt: Barfuß ins Glück

Foto: Michael Kappeler/ dpa

Christo-Projekt Jesus, da wandeln Menschen übers Wasser!

Gewässer durchquert, Füße trocken: Der Verpackungskünstler Christo lässt die Menschen für sein Projekt "Floating Piers" auf Planen über den Iseo-See in Norditalien wandeln.

Über das Wasser wandeln zu können wie es einst Jesus getan haben soll, ist ein alter Traum der Menschheit. Durch ein weiteres spektakuläres Projekt des Verpackungskünstlers Christo ist das jetzt möglich: Mit seiner Installation "Floating Piers" auf dem norditalienischen Iseo-See lädt der 81-Jährige die Menschen seit Samstagmorgen dazu ein, drei Kilometer über das Gewässer zu spazieren.

Bis zum 3. Juli werden rund eine halbe Million Menschen erwartet, die das 15 Millionen Euro teure Kunstprojekt erleben wollen. Die meisten Hotels in der Region sind schon seit Wochen ausgebucht. Die Besucher sollten das Werk "mit allen Sinnen" genießen und wie einen "Boulevard" im Wasser betrachten, der zu ausgedehnten Spaziergängen einlade - am besten barfuß, so Christo.

Christo und sein Team hatten in den vergangenen Monaten 220.000 Kunststoffwürfel zusammengeschraubt und dann mit dem dahliengelb-schimmernden Polyamidgewebe überzogen, das in Münster hergestellt und in Lübeck vernäht worden war.

Die Stege, die nicht schaukeln, sondern die Bewegung des Wassers in sich aufsaugen, sind 16 Meter breit und bieten also reichlich Platz für Besucher. Taucher haben sie mit 190 Tonnen schweren Ankern auf dem Grund des Sees befestigt; sie verbinden den Ort Sulzano auf dem Festland mit der Insel Monte Isola und von dort mit dem kleineren Eiland San Paolo.

Die "Floating Piers" sind das vorerst letzte Großwerk des Verpackungskünstlers Christo, der weltweit berühmt ist für seine aufwendigen Verhüllungsaktionen. Jahrzehntelang hatte er sie mit seiner 2009 gestorbenen Frau Jeanne-Claude verwirklicht.

Zu den bekanntesten Werken gehören "Der Verhüllte Reichstag (Berlin 1995), "Surrounded Island" (Florida 1983) und "The Gates (New York 2005). In Italien hatten Christo und Jeanne-Claude zuletzt 1974 einen Teil der Aurelianischen Mauer verpackt.

cbu/dpa
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