Trump-Russland-Recherche CNN zieht umstrittenen Beitrag zurück

CNN veröffentlicht eine Investigativrecherche über Wirtschaftsbeziehungen von Trump-Vertrauten - und zieht sie zurück. Jetzt haben drei Journalisten wegen des Fehlers gekündigt.

CNN-Center in Atlanta
DPA

CNN-Center in Atlanta


Es ist ein herber Rückschlag für einen Sender, den Donald Trump frequent als "Fake News" bezeichnet: CNN hat eine Investigativrecherche über mutmaßliche Wirtschaftsbeziehungen eines Trump-Vertrauten nach Russland zurückgezogen, weil nicht sauber gearbeitet wurde.

In dem am Freitag im Internet veröffentlichten Beitrag behaupten die drei CNN-Journalisten Thomas Frank, Lex Haris und Eric Lichtblau, dass der Hedgefonds-Unternehmer und Trump-Berater Anthony Scaramucci direkte Verbindungen zu russischen Wertpapieren unterhalte. Dabei stützen sie sich auf eine einzige anonyme Quelle. Das Stück war bereits kurz nach der Veröffentlichung infrage gestellt worden, u.a. auch von der rechtspopulistischen Seite Breitbart - und wurde daraufhin am Freitag von CNN zurückgezogen.

"Die Geschichte hat nicht den redaktionellen Standards von CNN entsprochen. Alle Links zu dem Beitrag sind gesperrt", teilte CNN am Ende vergangener Woche mit. Nach Angaben des Senders war die Geschichte nicht ausreichend belegbar, um veröffentlicht zu werden. Überprüfungen durch Dokumentation und Justiziare, wie sonst üblich bei solch sensiblen Investigativrecherchen, seien nicht vorgenommen worden. "Wir entschuldigen uns bei Herrn Scaramucci", so CNN. Jetzt teilten zudem auch die drei beteiligten Journalisten ihre Kündigung mit: "Am Freitag zog CNN ein Stück zurück, das von meinem Team veröffentlicht wurde", teilte Haris mit. "Als Leiter dieses Teams habe ich deshalb gekündigt."

Scaramucci hatte Widerspruch gegen die Veröffentlichung erhoben, die Entschuldigung jedoch akzeptiert - so schrieb er auf Twitter:

Das Verhältnis zwischen der US-Regierung und Medien ist - gelinde gesagt - angespannt. Auf Twitter äußerte sich Donald Trumps Sohn, Donald Trump Jr., nach dem CNN-Rückzug dementsprechend höhnisch:

Ob und welche Fakten in dem Bericht nicht stimmten und ob CNN die Recherche weiter verfolgen wird, ist noch nicht klar.

eth/dpa

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