Entschädigung wegen Berichterstattung 60.000 Euro für Corinna Schumacher

Seit Jahren streitet sich Michael Schumachers Frau Corinna mit Medien vor Gericht über Persönlichkeitsverletzungen. Jetzt wurde ihr eine hohe Entschädigung zugesprochen.

Corinna Schumacher
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Corinna Schumacher


Die Funke Mediengruppe muss Corinna Schumacher 60.000 Euro Entschädigung zahlen. Das entschied das Oberlandesgericht Hamburg in letzter Instanz und bestätigte damit ein Urteil des Landesgerichtes Hamburg aus dem Jahr 2015. Die Funke Mediengruppe hatte dagegen Berufung eingelegt.

Bei der gerichtlichen Auseinandersetzung ging es um Fotos, die der Funke Mediengruppe zugehörige Zeitschriften wie "Frau aktuell", "Frau im Spiegel" und "Die Aktuelle" nach Michael Schumachers Skiunfall im Dezember 2013 abgedruckt hatte. Sie zeigten Corinna Schumacher auf dem Weg ins Krankenhaus.

Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" zitiert Corinna Schumachers Anwalt Felix Damm mit den Worten, die Höhe der Zahlung sei auf die "Hartnäckigkeit" zurückzuführen, mit der Fotos immer wieder in den Zeitschriften erschienen - auch noch, als bereits einstweilige Verfügungen dagegen vorlagen.

Corinna Schumacher ging schon in den letzten Jahren gegen die Boulevardpresse vor. Sie setzte 2014 Unterlassungen gegen "Bunte", "Super Illu" und "Neue Woche" durch. Das Verhalten einiger Medien nach Michael Schumachers Unfall hatte damals für Aufsehen gesorgt.

Ein Reporter soll versucht haben, als Priester verkleidet Zugang zu Schumachers Krankenzimmer zu bekommen, weltweit kursierte eine Falschmeldung zum angeblichen Aufwachen Schumachers. Wie es um den Gesundheitszustand des Formel-Eins-Weltmeisters steht, gibt die Familie nicht an die Öffentlichkeit weiter.

Auch der SPIEGEL-Verlag erhielt im Februar 2014 eine Unterlassungsmitteilung von Corinna Schumacher und verpflichtete sich, zwei Fotos, die Corinna Schumacher vor dem Krankenhaus zeigten, aus dem Netz zu nehmen.

cpa/kae



insgesamt 58 Beiträge
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Airkraft 01.02.2017
1. Gut so,...
Gut so, immer dahin wo es auch richtig weht tut - nämlich beim Geld. Vielleicht lernen bestimmte Medien ja etwas daraus. Ein solches Verhalten bestimmter "Medien" darf sich einfach nicht rechnen.
hwmueller 01.02.2017
2. Chapeau! Frau Schumacher
Die Grundrechte gelten für Alle! Das kann nicht oft genug wiederholt werden.
unzensierbar 01.02.2017
3.
Warum wurde die Berichterstattung überhaupt erst erlaubt? Paparazzi und nervige Reporter sollten verboten werden.
HaPee 01.02.2017
4. Ein Trauerspiel
Wie mit einer ehedem Öffentlichen Person seit seinem tragischen Unfall umgegangen wird, ist schon recht seltsam. Nach über drei Jahren, so mein Eindruck, muss hier um jeden Preis ein illusorisches Bild längst vergangener Tage aufrecht erhalten werden. Vermutlich würde nur ein einziges aurorisiertes Foto zur Ernüchterung und zum Entsetzen aller mitfühlenden Menschen Schluss machen mit Ungewissheiten. Dann allerdings wäre auch ein guter Teil des Medieninteresses schlagartig dahin. Armer, reicher tragischer Held Michael Schumacher.
just_some_guy 01.02.2017
5. Es geht auch niemanden mehr etwas an ...
Herr Schumacher war ein bedeutender Sportler, der sich seine Erfolge hart mit Training und Disziplin erarbeitet hat und sich - soweit mir bekannt ist - seinen Ruhm nicht hat zu Kopf steigen lassen. Er hatte einen Unfall, der schlagartig sein Leben verändert hat und ist - wahrscheinlich - noch auf Jahre auf Liebe und Fürsorge seiner Familie angewiesen. Es dürfte ihm bewusst sein, dass seine Fans ihm das Beste wünschen, aber es muss uns allen jetzt auch bewusst sein, dass sein Zustand privat ist und auch privat zu bleiben hat. Denken wir an den großen Sportler, aber nicht an den Mann, dem man jetzt nur noch seine Würde lassen kann. Es ist immer wieder schade, wie bodenlos das Niveau bestimmter Sorten von Presse ist, auf das sie sich herablassen, nur um die geifernde Sucht des Pöbels nach Blut zu befriedigen, weswegen ich jede Strafe hier für angemessen halte. 60.000 Euro für die Verletzung von Herrn Schumachers Privatsphäre durch die menschenwürdeverachtenden Leichenfledderer und Presseehrenkodexbepisser sind zwar noch lange nicht genug, aber für unsere Verhältnisse durchaus angemessen. Ich wünsche Herrn Schumacher und seiner Familie alles Gute und soviel Lebensfreude, wie es unter den gegebenen Umständen nur möglich ist.
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