Gutachten Angeblich Zweifel an Gurlitt-Testament

Ein Gutachter zweifelt offenbar die Gültigkeit des Testaments von Cornelius Gurlitt an. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Der verstorbene Kunsterbe litt demnach an "paranoiden Wahnideen".
Haustür von Cornelius Gurlitt (Archiv): "Paranoide Wahnideen"?

Haustür von Cornelius Gurlitt (Archiv): "Paranoide Wahnideen"?

Foto: WILDBILD/ AFP

München - An der Gültigkeit des Testaments von Cornelius Gurlitt bestehen nach Informationen der "Süddeutschen Zeitung"  Zweifel. Einem neuen Gutachten des Psychiaters und Juristen Helmut Hausner zufolge litt Gurlitt - der Sohn von Hildebrand Gurlitt, einem der Kunsthändler Adolf Hitlers - demnach an "paranoiden Wahnideen", als er seinen Letzten Willen im Januar niederschrieb. Wegen dieser psychischen Erkrankung sei Gurlitts "Freiheit der Willensbildung" aufgehoben gewesen, schreibt die SZ.

Bereits seit den Sechzigerjahren soll sich Gurlitt von Nazis verfolgt gefühlt haben, er habe ein Komplott befürchtet, das ihm die vom Vater geerbten Bilder wegnehmen wolle. Hausner beruft sich laut dem Blatt auf Dokumente und Briefe. Bei Hausner soll der Anwalt von zwei gesetzlichen Erben des am 6. Mai gestorbenen Kunsterben das Gutachten in Auftrag gegeben: Der Cousin Dietrich Gurlitt und die Cousine Uta Werner waren in dem Testament übergangen worden. Allerdings wollen sie weder einen Erbschein beantragen noch das Erbe anfechten.

Gurlitt hatte seinen Besitz dem Kunstmuseum Bern vermacht - darunter mehr als 1500 Kunstwerke aus seiner Wohnung in München-Schwabing und seinem Haus in Salzburg. Das Kunstmuseum Bern will seine Entscheidung am 26. November bekanntgeben.

Im November 2013 war bekanntgeworden, dass Steuerfahndung und Staatsanwaltschaft im Februar 2012 fast 1300 Kunstwerke in Gurlitts Münchner Wohnung beschlagnahmt hatten. Eine eigens eingerichtete Taskforce schloss einen Raubkunstverdacht bei 458 Werken nicht aus.

wit/dpa
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