Daimler-"Markenbotschafterin" NDR fordert Stellungnahme von Christiansen

Sabine Christiansen gerät unter Zugzwang: Der NDR hat die Moderatorin zu einer Stellungnahme aufgefordert, seit wann ihr Vertrag als "Markenbotschafterin" für Daimler besteht. Ihr Anwalt beharrt darauf, ihr PR-Engagement habe sie erst nach Ablauf ihrer ARD-Verpflichtungen wahrgenommen.


Hamburg - Über den genauen Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zwischen der Moderatorin Sabine Christiansen und dem Daimler-Konzern herrscht weiterhin Unklarheit. So sagte NDR-Sprecher Martin Gartzke heute gegenüber SPIEGEL ONLINE: "Wir wissen bislang nicht, ob es zum Zeitpunkt der Ausstrahlung von 'Mein 2008' eine vertragliche Vereinbarung zwischen Frau Christiansen und Daimler gegeben hat". Man habe sie dazu aufgefordert, eine Stellungnahme dazu abzugeben, doch die Moderatorin sei dem bisher nicht nachgekommen.

Man gehe aber davon aus, dass Christiansen zur Aufklärung beitragen werde. Es bestünde allerdings seitens des NDR kein Zeitdruck, da man keinen Anlass zur Beanstandung sehe. Außerdem sei derzeit keine weitere Sendung mit der Moderatorin geplant, "aber ein Interesse an Aufklärung haben wir schon", so Gartzke.

Welche Folgen es für die Moderatorin haben könnte, falls der PR-Vertrag schon vor Ausstrahlung der ARD-Sendung am 11. Januar 2008 bestanden habe, darüber wollte Gartzke "nicht spekulieren".

Christiansens Anwalt Christian Schertz übermittelte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE folgende schriftliche Stellungnahme "im Namen von Frau Christiansen": Die Moderatorin werde "vereinbarungsgemäß 2008 einige Präsentationsaufgaben für Daimler, insbesondere im "Charity"-Bereich - wie dem Integrationspreis - übernehmen."

Das erste Engagement Christiansens für Daimler als Markenbotschafterin sei, "wie mit Daimler vereinbart, erst nach Ablauf ihrer konkreten ARD-Verpflichtungen Ende Januar 2008" in Kraft getreten. Dort sei sie zur 'CLC'-Premiere im Rahmen der Berliner Modewoche eingeladen gewesen.

Angaben über den genauen Zeitpunktes des Vertragsabschlusses zwischen Christiansen und Daimler machte Schertz in der Stellungnahme nicht. In der Erklärung heißt es nur: "Die Teilnahme erfolgte also sowohl nach Beendigung der wöchentlichen Sendung 'Sabine Christiansen' und auch erst nach Ausstrahlung der Sendung 'Mein 2008' in der ARD". Sabine Christiansen verstehe sich als "unabhängige Journalistin, so dass eine irgendwie geartete Beeinflussung redaktioneller Inhalte der von ihr moderierten Sendung durch die benannte Markenbotschaftertätigkeit nach ihrem Selbstverständnis bereits ausgeschlossen ist."

hoc



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