"Das Leben des Brian" Gemeinde hebt Monty-Python-Bann auf

Auch eine Kreuzigung kann lustig sein, fand die britische Komikergruppe Monty Python - und demonstrierte das 1979 in dem Film "Das Leben des Brian". Eine Gemeinde im Südwesten Englands durfte lange Zeit nicht mitlachen - und hob erst jetzt den "Brian"-Bann auf.


London - Es ist die vielleicht komischste Filmszene der siebziger Jahre: Ein unfreiwilliger Märtyrer hängt am Kreuz, umringt von einer fidelen Gruppe Mitgekreuzigter. Und während es über den kargen Hinrichtungshügel nur so stürmt und staubt, summen und singen die Todgeweihten "Always look on the bright side of life" - die Kult-Hymne der Komikertruppe Monty Pythons aus ihrem bibelunsicheren Meisterwerk "Das Leben des Brian".

Szene aus "Das Leben des Brian": 30 Jahre aus den Kinos verbannt
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Szene aus "Das Leben des Brian": 30 Jahre aus den Kinos verbannt

Das Publikum pfeift seit 1979 munter mit. Nur einer kleinen britischen Gemeinde blieb der Spaß bisher verwehrt: Torbay, gelegen im Südwesten Englands, hatte sich damals selbst mit einem "Brian"-Bann belegt.

Weil die Verwaltung die Altersgrenze für "Das Leben des Brian" von 15 auf 18 Jahre heben wollte, der Filmverleih dies aber nicht gestattete, wurde die Satire kurzerhand gar nicht in den Kinos der Gemeinde gezeigt.

Erst jetzt, rund 30 Jahre später, können auch Monty-Python-Fans aus Torbay den Film in ihrer Gemeinde auf großer Leinwand sehen. Anlässlich eines "Comedy Film Festivals" im Bezirk hatten die Bewohner abgestimmt - und sich gegen die Verwaltung durchgesetzt.

Das Urteil sei veraltet und rechtsunwirksam, bestätigte nun die Bezirksverwaltung gegenüber dem britischen "Daily Telegraph". Und schob nach: Damals, 1979, habe man die Menschen in Torbay schützen wollen.

"Das Leben des Brian" erzählt die Geschichte von Brian, der unfreiwillig als Messias verehrt und schließlich gekreuzigt wird. Der Film gilt wegen seiner absurd-komischen Dialoge ("Zur Kreuzigung? Gut. Durch die Tür hinaus, zur linken Reihe, jeder nur ein Kreuz. Der Nächste.") und seines eingängigen Abschlussliedes noch heute zu den beliebtesten Klassikern der Komikergruppe Monty Python.

Insbesondere christliche und jüdische Vereinigungen hatten auf die Veröffentlichung von "Das Leben des Brian" mit scharfen Protesten reagiert. Auch in den USA und Norwegen wurde der vermeintlich blasphemische Film in manchen Gemeinden aus dem Kino verbannt.

Nick Bye jedenfalls freut sich schon auf "Das Leben des Brian". Der Bürgermeister von Torbay habe den Film noch nicht gesehen - "ich komme aber am Sonntag zu der Vorführung", sagte Bye.

ber/dpa



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