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David Douglas Duncan: Immer im Einsatz zwischen Kunst und Krieg

Foto: Courtesy Harry Ransom Center

Kunst und Krieg Fotograf David Douglas Duncan ist tot

Er fotografierte Picasso, aber auch Soldaten im Koreakrieg: David Douglas Duncan war einer der wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts. Nun starb er im Alter von 102. Eine Auswahl seiner Bilder.

Der US-amerikanische Fotograf David Douglas Duncan, der sowohl für seine Kriegsaufnahmen als auch seine Künstlerporträts berühmt wurde, ist tot. Das bestätigte der Leiter des Picasso-Museums von Antibes, Jean-Louis Andral. Duncan sei am Donnerstag in einem Krankenhaus in Südfrankreich an den Folgen einer Lungenentzündung gestorben. Er wurde 102 Jahre alt.

Duncan, geboren 1916 in Kansas City, interessierte sich schon früh für Fotografie. Im Zweiten Weltkrieg war er bei der Marine im Einsatz, wo er sich während der US-Invasion der Solomon Inseln und von Okinawa erstmalig als Kriegsfotograf versuchte. Nach Kriegsende zog Duncan als freier Fotojournalist durch die Welt. Später stieß er zum "Life"-Magazin und steuerte Fotoreportagen aus Palästina, Ägypten, Marokko und Afghanistan bei.

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David Douglas Duncan: Immer im Einsatz zwischen Kunst und Krieg

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Als der Koreakrieg ausbrach, hielt er sich in Japan auf und konnte so schnell von der Front berichten. Der Bildband "This Is War!", der seine Aufnahmen aus dem Krieg bündelte, erschien 1951 und wurde als eines der besten Kriegsfotobücher aller Zeiten gefeiert.

"Ich habe meine Einsätze als Kriegsfotograf nicht als Mission verstanden", sagte Duncan 2003 im Interview mit der "New York Times" . "Ich hatte einfach das Gefühl, dass es die Jungs da draußen verdient hatten, so fotografiert zu werden, wie sie wirklich waren - ob sie nun dabei zu sehen waren, wie sie es mit der Angst bekamen oder Mut zeigten oder sich in einen Graben stürzten oder redeten oder lachten. Und ich hatte das Gefühl, dass ich den Kriegsschauplätzen so etwas wie Würde verlieh."

"Du kannst dir nicht vorstellen, wie einfach das war"

Duncans Aufnahmen aus Korea waren noch voll unsentimentaler Empathie für die US-Soldaten. Als die USA Vietnam angriffen, wandelte sich seine Einstellung zum Krieg jedoch - nicht zuletzt auch, weil er 1968 als Fotoreporter bei den Parteitagen der Demokraten und Republikaner Zeuge wurde, wie brutal die Polizei gegen Antikriegsdemonstranten vorging. Sein Buch "I Protest!" von 1968 brachte seine Haltung bildmächtig zum Ausdruck.

Gleichzeitig war Duncan der Kunst gegenüber mehr als aufgeschlossen: Bereits 1956 stattete er dem ihm unbekannten Pablo Picasso einen unangekündigten Besuch in dessen Villa in Südfrankreich ab. Die beiden verstanden sich auf Anhieb, Duncan blieb für mehrere Monate und begann, seine ersten Aufnahmen von Picasso bei der Arbeit zu machen. "Du kannst dir nicht vorstellen, wie einfach das war", erzählte Duncan "Le Monde" über seine Zeit zu Gast bei Picasso. "Ich war dort, als gehörte ich zur Familie, und ich machte Fotos."

Acht Bände füllten seine Foto-Essays über den 1973 gestorbenen Maler schließlich. Hinzu kommen 17 weitere Bücher mit Duncans einzigartigen Arbeiten.

hpi/dpa/AP
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