Bilder von Holbein und Brueghel dem Älteren Gemälde aus größtem DDR-Kunstraub wieder aufgetaucht

1979 wurden aus dem Schlossmuseum Gotha fünf Werke alter Meister geraubt. Sie werden unter anderem Hans Holbein und Jan Brueghel dem Älteren zugeschrieben. Nach Geheimverhandlungen sind die Werke nun in Obhut der Staatlichen Museen.
Schlossmuseum Gotha

Schlossmuseum Gotha

Foto: Udo Bernhart/ picture alliance

Vier Jahrzehnte nach dem größten Kunstraub in der Geschichte der DDR sind die verschwundenen Bilder wieder aufgetaucht. Nach Informationen des SPIEGEL befinden sich die fünf Werke alter Meister, die 1979 von Unbekannten aus dem Schlossmuseum Gotha geraubt worden waren, seit Ende September im Rathgen-Forschungslabor der Staatlichen Museen Berlin. Dort werden sie momentan auf ihre Echtheit überprüft.

Vorangegangen waren monatelange Geheimverhandlungen des Gothaer Oberbürgermeisters Knut Kreuch mit einem Anwalt aus Süddeutschland, der sich darauf spezialisiert hat, Kunstwerke aus dubiosen Quellen wieder in den legalen Kreislauf zu schleusen. Der Jurist gab an, eine Erbengemeinschaft zu vertreten, und verlangte für die fünf Bilder von Frans Hals, Anthonis van Dyck, Jan Brueghel dem Älteren, Jan Lievens und Hans Holbein dem Älteren eine Summe von 5,25 Millionen Euro. Im Januar 1980 waren die Werke von der Direktorin der Ostberliner Gemäldegalerie in einem Gutachten auf einen Wert von 4,5 Millionen Mark (West) geschätzt worden.

Gegen den Anwalt und den Einlieferer der Bilder, einen Arzt aus Ostfriesland, ermittelt das Berliner Landeskriminalamt wegen des Verdachts der Erpressung und der Hehlerei. Der Arzt war für den SPIEGEL nicht zu erreichen. Der Anwalt wollte sich wegen des "laufenden Ermittlungsverfahrens" zu den Vorwürfen nicht äußern.

Am Donnerstag durchsuchten Berliner Kripobeamte bundesweit Büros und Wohnungen der Verdächtigen und dreier Zeugen. Es wurde umfangreiches Beweismaterial sichergestellt, das nun ausgewertet wird. Noch ist unklar, wie die Bilder in den Besitz des Einlieferers gekommen sind.

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