Demo für Love Parade Zurück zu den Wurzeln

Technofans haben am Samstag in Berlin für die Rettung der Love Parade demonstriert, natürlich stilecht mit einem Party-Umzug. Im Vergleich zu früheren Jahren kam nur ein klägliches Häuflein zusammen - gerade einmal 7500 Raver, wie zu Urzeiten der Love Parade.


Ersatzdroge für Love Parade: Raver auf der "Partysan"-Demonstration
AP

Ersatzdroge für Love Parade: Raver auf der "Partysan"-Demonstration

"Fight the Power" lautete das Motto der Party-Demonstration für den Erhalt der Love Parade. Doch viel Gegenmacht brachten die Veranstalter nicht auf Berlins Straßen: Gerade einmal 7500 Raver fanden sich zusammen. Wie zu Urzeiten der Love Parade tanzten sie hinter fünf Lautsprecherwagen her. "Wir wollen 2005 wieder eine Love Parade in Berlin", sagte Parade-Gründer Dr. Motte unter lautem Jubel. Nach viereinhalb Stunden ging die als politische Demonstration genehmigte Veranstaltung am Abend mit einer Abschlusskundgebung an der Gedächtniskirche zu Ende.

Mangels Sponsoren hatte Dr. Motte den bislang größten Raver-Umzug der Welt im 16. Jahr erstmals abgesagt.

Fotostrecke

9  Bilder
Demo für Love Parade: "Techno ist auf keinen Fall tot"
Als zweite Ersatzveranstaltung für die Love Parade wurde auf der ehemaligen Parade-Strecke im Tiergarten der "Music Day" gefeiert. Wo vor einem Jahr noch über 500.000 Technofans auf der Straße des 17. Juni tanzten, kamen dieses Mal nur knapp 500 Hartgesottene. Beim ebenfalls als Demonstration genehmigten "Music Day" wurde gegen den "Ausverkauf der Musik" protestiert.

Wenigstens die Ausstaffierung der Raver gemahnte an bessere Zeiten - grün oder blau gefärbte Haare, Netzhemden in Neonfarben und Stulpen aus Kunstfell. Männer in karierten Schottenrocken tanzten in der Menge, die auch einige Regenschauer nicht schrecken konnte. Auf dem Kudamm hatte 1989 die erste Love Parade stattgefunden. 150 Anhänger der DJ-Kultur tuckerten damals auf einem gemieteten Kleinlaster über den Kurfürstendamm, um eine neue Popkultur-Ära einzuläuten.

"Gerne hätten wir wieder aus dem Herzen Berlins das größte Friedenssignal gesendet", sagte Dr. Motte mit Blick auf die angestammte Strecke auf der Straße des 17. Juni. Die Politik mache es der Parade und den Clubs jedoch schwer. Der prominente DJ Tom Novy sagte: "Techno ist auf keinen Fall tot."



© SPIEGEL ONLINE 2004
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.