Denkmal in Berlin Begehbare Goldschale soll an Einheit erinnern

Die Entscheidung für ein Denkmal zur Deutschen Einheit ist gefallen. Eine goldene Waagschale soll in Berlin an den historischen Zusammenschluss von Ost- und Westdeutschland erinnern. Der Clou: Besucher können das Kunstwerk begehen und bewegen.

dapd / Milla&Partner

Berlin - Die Suche nach einen geeigneten Design hatte Jahre gedauert - doch nun ist der Entwurf für das umstrittene Einheits- und Freiheitsdenkmal auf dem Berliner Schlossplatz beschlossene Sache. Das Konzept der Arbeitsgemeinschaft Milla und Partner und der Choreografin Sasha Waltz zeigt eine himmelwärts gebogene, begehbare Waagschale aus Glas und Metall. Wenn sie von Besuchern betreten wird, bewegt sie sich. Auf der Oberseite sind Losungen aus der Zeit des Mauerfalls zu sehen, die untere, vergoldete Seite zieren Bilder der Demonstrationen vom Herbst 1989 und aus der Wendezeit.

Die Arbeit mit dem Titel "Bürger in Bewegung" treffe die Thematik am besten, sagte Kulturstaatsminister Bernd Neumann (CDU) am Mittwoch vor dem Kulturausschuss des Bundestags. Das Denkmal soll in zwei bis drei Jahren komplett fertig sein.

Er habe die Entscheidung für den Entwurf zusammen mit dem Verkehrsministerium getroffen, so Neumann. Vertreter der schwarz-gelben Koalition und der SPD begrüßten die Entscheidung - Linke und Grüne äußerten sich kritisch.

Mit der Entscheidung geht eine jahrelange Suche voller Pleiten und Pannen nach einem geeigneten Entwurf zu Ende: Ein erster Wettbewerb war 2009 gescheitert, weil keine der damals 533 eingereichten Arbeiten die notwendige Mehrheit erhielt. Für den zweiten Wettbewerb wurden gezielt Künstler und Architekten zur Bewerbung aufgefordert. Mitte Oktober war die Entscheidung für einen Siegerentwurf jedoch erneut aufgeschoben worden. Die 15-köpfige Jury des zweiten Wettbewerbes vergab drei gleichrangige Preise mit der Vorgabe, diese sollten überarbeitet werden.

Grüne monieren Ortswahl für das Denkmal

Für den Bau des Denkmals stehen zehn Millionen Euro zur Verfügung. Der Bundestag hatte ihn am 9. November 2007 beschlossen. Als Standort wurde der Sockel des ehemaligen Nationaldenkmals für Kaiser Wilhelm auf der Schlossfreiheit festgelegt.

Doch nicht überall kommt der Entwurf gut an. Es habe keine offene und breite öffentliche Diskussion gegeben, kritisierte Grünen-Chefin Claudia Roth. Zudem sei der geplante Ort wegen seiner Vergangenheit nicht geeignet. Ähnlich äußerte sich Rosemarie Hein von der Linksfraktion. Die Freiheitsbewegung habe an anderen Orten stattgefunden, wo auch Denkmäler errichtet werden könnten, nicht aber in der Mitte Berlins.

Der SPD-Politiker Wolfgang Thierse dagegen begrüßte den Entwurf. Es sei ein interaktives Denkmal mit spielerischen Elementen und repräsentiere einen glücklichen Moment deutscher Geschichte.

In Leipzig soll ebenfalls ein Freiheits-Denkmal entstehen, für das der Bundestag fünf Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat.

jok/dapd



insgesamt 51 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
firem 13.04.2011
1. Hä?
Wieder mal "Kunst" mit Altmetall.
albert schulz 13.04.2011
2. ein sagenhafter Schmarren
Kunst und Politik sind eine absolut verheerende Kombination. Künstler haben von Politik keine Ahnung und Politiker von Kunst. Ein paar Rutschbahnen anstelle des Berliner Schlosses hätten eine verständliche Aussage. Aber eine Aussage gibt es sowieso nicht, und sie ist auch gar nicht erwünscht. Eiteitei, dideldadeldudel, li-la-löffelstiel. Macht da irgendwas hin, egal wie teuer, aber wehe, es macht Sinn oder ist zu irgendwas zu gebrauchen.
gherbert 13.04.2011
3.
Welche Einheit, bitte? Aber die Formenverwandschaft zur Lieblingsfrucht der Deutschen liefert doch einen schönen Hinweis auf die wahren Hintergründe des Geschehens von 1989/90. Am Ende gar unbeabsichtigt?
anteater 13.04.2011
4. Rausgeworfenes Geld
Ich kann mir, ohne groß nachzudenken, etliche bessere Verwendungen für 10 Millionen Euro vorstellen. Wer braucht so ein Denkmal? Völlig sinnlos und erzeugt auch noch laufende Kosten.
spassamarbeiten 13.04.2011
5. und wer zahlts ?
natuerlich wieder der westdeutsche buerger. 10 millionen fuer denkmal in berlin + 5 millionen denkmal in leipzig. dafuer gibts ne wippe , die garantiert nach spaetestens 2 jahren kaputt sein wird. ich finde dieses denkmal absolut ueberfluessig. wir sind ein volk - aber das volk durfte mal wieder nicht mit entscheiden. man haette besser als denkmal nen goldenen euro genommen an dem jeder mal reinbeissen darf und trotzdem nix bei rumkommt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.