Deutsche Oper Stardirigent Sinopoli stirbt bei "Aida"

Der dritte Akt der Verdi-Oper "Aida" war gerade im Gange, als der italienische Dirigent Giuseppe Sinopoli am Pult der Deutschen Oper zusammenbrach. Alle Wiederbelebungsversuche blieben erfolglos.

Berlin - Einer der weltweit bedeutendsten Dirigenten, der Italiener Giuseppe Sinopoli, ist tot. Der 54-Jährige starb am späten Freitagabend in Berlin, nachdem er in der Deutschen Oper während einer Aufführung der Oper "Aida" von Giuseppe Verdi zusammengebrochen war und bewusstlos in das Deutsche Herzzentrum eingeliefert wurde. Er habe einen Herzinfarkt erlitten. Alle Bemühungen, ihn zu reanimieren, seien vergeblich gewesen, teilte eine Sprecherin der Klinik mit. Sinopoli sei um 23.15 Uhr in Anwesenheit seiner Familie gestorben.

Der Dirigent war noch im Orchestergraben von Notärzten versorgt worden, die sofort Wiederbelebungsversuche unternahmen. Die Vorstellung wurde abgebrochen. Der Zwischenfall hatte sich kurz nach der Pause im dritten Akt ereignet.

Eine weitere Aufführung der Verdi-Oper mit Sinopoli am Pult war für diesen Sonntag geplant gewesen. Der Italiener hatte die Aufführung in Berlin dem im vergangenen Dezember verstorbenen Generalintendanten der Deutschen Oper, Götz Friedrich, gewidmet. Sinopoli kehrte mit seinem Gastspiel nach über zehn Jahren wieder an das Pult der Deutschen Oper Berlin zurück. 1990 waren Pläne gescheitert, ihn als Chefdirigenten nach Berlin zu holen.

Der Dirigent leitete seit 1992 die Staatskapelle Dresden. 2003 sollte er auch Generalmusikdirektor der dortigen Semperoper werden. Im kommenden Sommer war er in Bayreuth wieder als Dirigent bei Richard Wagners Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" in der Inszenierung von Jürgen Flimm vorgesehen. Sinopoli trat auch als Komponist hervor.

Furore machte er aber vor allem als feurig-intelligenter Puccini-und Verdi-Interpret in Hamburg, Berlin, Wien und München, London und New York. 1983 wurde Sinopoli Chefdirigent des Philharmonia Orchestra London, das unter seiner Leitung vor allem mit Mahler-Symphonien, Richard Strauss und Anton Bruckner Triumphe feierte. Im April 1999 verlängerte er seinen Vertrag mit der Staatskapelle Dresden bis zum Jahr 2007.

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