"Dringend erhaltungsbedürftig" Deutscher Orgelbau und Pizza aus Neapel sind Unesco-Kulturerbe

Acht Traditionen hat die Unesco neu in ihre Liste des "Immateriellen Kulturerbes" aufgenommen. Dazu zählen jetzt auch der Orgelbau in Deutschland und das Handwerk des Pizzabäckers.
Orgelbauer in der Schlosskirche des Residenzschlosses in Ludwigsburg

Orgelbauer in der Schlosskirche des Residenzschlosses in Ludwigsburg

Foto: Sebastian Gollnow/ dpa

Die Tradition von Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland ist in die Liste des Immateriellen Kulturerbes der Menschheit aufgenommen worden. Diese Entscheidung wurde am Donnerstag bei der Tagung des Unesco-Komitees auf der südkoreanischen Insel Jeju bekannt gegeben.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Außerdem neu auf der Liste: die Kunst des neapolitanischen Pizzabäckers. "Vittoria!", twitterte der italienische Minister für Landwirtschaft und Ernährung, Maurizio Martina:

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) würdigte die Aufnahme des Orgelbaus in die Liste. Deutschland hat mit rund 50.000 Orgeln die höchste Orgeldichte der Welt. Rund 400 handwerkliche Orgelbaubetriebe mit etwa 2800 Mitarbeitern zählt Deutschland laut Antrag bei der Unesco . 3500 hauptamtliche und Zehntausende ehrenamtliche Organisten prägten das Handwerk und die Kunst des Orgelbaus und der Orgelmusik, heißt es darin und weiter: "Die Pflege der Orgelkultur ist eine transkulturelle Kulturform mit hoher Kunstfertigkeit, die in Deutschland eine wichtige Basis hat und in äußerst lebendiger Weise weitergegeben wird."

Auf der Liste des dringend erhaltungsbedürftigen Immateriellen Kulturerbes stehen aktuell insgesamt 374 Traditionen aus der ganzen Welt. Laut Definition der Unesco handelt es sich dabei um "Bräuche, Darstellungen, Ausdrucksformen, Wissen und Fertigkeiten - sowie die dazu gehörigen Instrumente, Objekte, Artefakte und kulturellen Räume, die Gemeinschaften, Gruppen und gegebenenfalls Einzelpersonen als Bestandteil ihres Kulturerbes ansehen."

Bei der diesjährigen Tagung des Komitees  waren 23 Anträge auf Aufnahme in die Unesco-Liste eingegangen, sechs traditionelle Fertigkeiten wurden bisher als "dringend erhaltungsbedürftig" erklärt:

  • die Dikopelo-Musik der Landbevölkerung von Botswana
  • die Arbeitslieder der Llaneros aus Kolumbien und Venezuela
  • der Taskiwin, ein Kampftanz aus dem Hohen Atlas in Marokko
  • die Verehrung heiliger Stätten der Nomaden in der Mongolei
  • die Pfeifsprache aus dem bergigen Nordosten der Türkei
  • der traditionelle Poesievortrag al-Azi in den Vereinigten Arabischen Eliraten

Die Entscheidung wurde von einem Gremium aus Vertretern von 24 Ländern getroffen, das einmal im Jahr tagt und über die Aufnahme neuer Kulturformen entscheidet. Deutschland ist darin derzeit nicht vertreten.

oka/AFP/dpa
Mehr lesen über